Das Geschäft brummt © APA - Austria Presse Agentur
Österreichs größter Baukonzern Strabag hat die 20-Milliarden-Euro-Marke bei der Bauleistung 2025 geknackt. Gegenüber dem Jahr davor stieg sie auch wegen einer Firmenübernahme um 6 Prozent auf 20,4 Mrd. Euro, wie das börsennotierte Unternehmen am Donnerstag bekanntgab. Der Auftragsbestand erhöhte sich massiv um 24 Prozent von 25,4 Mrd. auf 31,4 Mrd. Euro. Der Personalstand vergrößerte sich um 3 Prozent auf 80.211 Beschäftigte (Vollzeitäquivalente).
Eine Verbesserung gab es bei der EBIT-Marge, die gegenüber 2024 von 6,1 Prozent auf voraussichtlich "mindestens 6,5 Prozent" anstieg. Die Erwartungen an das laufende Jahr 2026 schraubte die Strabag hier aber deutlich zurück: Heuer soll die operative Marge aus heutiger Sicht auf 5 bis 5,5 Prozent spürbar zurückgehen.
Im abgelaufenen Jahr lag die EBIT-Marge noch "deutlich über den Erwartungen". Maßgeblich für diese Entwicklung seien unter anderem positive Effekte aus Großprojekten in Deutschland und im internationalen Geschäft sowie milde Witterungsverhältnisse gegen Jahresende in Deutschland gewesen.
Übernahme in Australien schob Leistung an
Die Bauleistung sei 2025 in allen operativen Segmenten gewachsen. Rund die Hälfte des Leistungsanstiegs ist den Konzernangaben zufolge auf die Übernahme der australischen Georgiou Group im ersten Quartal 2025 zurückzuführen. Heuer peilt die Strabag eine Bauleistung von "rund 22 Mrd. Euro" an. Diese Prognose stütze sich auf den hohen Auftragsbestand und erwartete Beiträge aus den erfolgten Übernahmen.
In den Bestandsmärkten seien die größten Leistungszuwächse im abgelaufenen Jahr in Polen, Tschechien und Deutschland erzielt worden. Rückläufig war die Entwicklung laut Strabag im Vereinigten Königreich, "bedingt durch die Verschiebung von Leistungsanteilen aus Großprojekten in Folgejahre".
Die erhöhte Beschäftigtenzahl ist den Angaben zufolge zum einen auf die Übernahme in Australien zurückzuführen, zum anderen auf leistungsbedingte Personalaufstockungen - insbesondere in Polen, im Nahen Osten und in Tschechien. In der Region Americas hingegen sei die Zahl der Mitarbeitenden infolge der Abarbeitung von Großprojekten zurückgegangen.
30-Milliarden-Marke bei Aufträgen geknackt
Auch bei den Aufträgen stellte die Strabag einen neuen Rekord auf: Beim Bestand überschritt der Bauriese im abgelaufenen Jahr erstmals die 30-Milliarden-Schwelle. Wachstum habe es hier vor allem entlang der strategischen Wachstumsmärkte Mobilitäts-, Energie- und Wasserinfrastruktur sowie Hightech-Bauten gegeben. Der stärkste Anstieg entfiel dabei auf das Vereinigte Königreich, Deutschland und Tschechien. Australien habe rund 800 Mio. Euro beigetragen.
Im Vereinigten Königreich sicherte sich die Strabag ein Wasserinfrastruktur-Großprojekt. In Deutschland erhielt sie den Zuschlag für weitere Aufträge im Stromtrassenbau sowie für den Bau der weltweit größten Flusswärmepumpe. Neue Bahnbauaufträge in den europäischen Kernmärkten summierten sich auf 1,3 Mrd. Euro.
Viele neue Baustellen
In Deutschland wurde der Konzern mit laut Eigenangaben "wesentlichen Bauabschnitten des Jahrhundertprojekts "Fehmarnsundquerung" beauftragt. In Australien akquirierte das Unternehmen Großprojekte im Straßen- und Brückenbau. Auch das Portfolio an Hightech-Bauten habe die Strabag weiter ausbauen können - mit einem "Megaprojekt in der Halbleiterindustrie" sowie den ersten Abschnitt des IPAI Campus für Künstliche Intelligenz in Deutschland.
"Mit einer Leistung von erstmals über 20 Milliarden Euro, einem Auftragsbestand von mehr als 30 Milliarden Euro und einer höheren EBIT-Marge haben wir im Geschäftsjahr 2025 gleich mehrere historische Meilensteine erreicht", resümierte Konzernchef Stefan Kratochwil laut Unternehmensmitteilung. "Damit gehen wir gestärkt in das Jahr 2026 und blicken optimistisch auf Chancen, die sich vor allem im Infrastrukturbereich bieten."