Getragen von hoher Nachfrage nach KI-Produkten © APA - Austria Presse Agentur

Getragen von der hohen Nachfrage nach KI-Produkten haben Taiwans Auslandsaufträge erstmals in einem Monat die Marke von 100 Milliarden Dollar überschritten. Sie stiegen im August um 71,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 103,0 Milliarden Dollar (rund 90 Mrd. Euro), wie das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Taipeh mitteilte. Das war bereits der 19. monatliche Anstieg in Folge.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Zuwachs von 63,6 Prozent gerechnet. Die Auftragsbücher der taiwanischen Firmen gelten als wichtiger Frühindikator für die weltweite Nachfrage nach Technologieprodukten. Das Land ist die Heimat des weltgrößten Chip-Auftragsfertigers TSMC und dominiert den Markt für KI-Technologie. Der starke Zuwachs im August wurde den Angaben zufolge durch die rasant steigende Nachfrage für Anwendungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Hochleistungsrechner und Cloud-Dienste angetrieben. So sprangen die Bestellungen für Elektronikprodukte um 83,9 Prozent in die Höhe.

Besonders hohe Nachfrage aus USA

Für September rechnet das Ministerium mit einem weiteren kräftigen Plus zwischen 50,7 und 55,1 Prozent. Für das Gesamtjahr könnten die Auslandsaufträge einen Wert von 1,1 Billionen Dollar erreichen. Besonders stark legten im August die Bestellungen aus den USA mit einem Zuwachs von 88,9 Prozent zu. Die Aufträge aus China stiegen um 47,7 Prozent, die aus Europa um 58,2 Prozent. Als Unsicherheitsfaktoren für das weitere Wachstum nannte das Ministerium geopolitische Risiken und die Handelspolitik.

Durch den weltweiten KI-Boom steht Taiwans Wirtschaft vor einem Wachstum von historischem Ausmaß. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte in diesem Jahr um gut elf Prozent zulegen und damit so stark wie seit fast 40 Jahren nicht mehr, wie die nationale Statistikbehörde vorhersagte. Zuletzt wurde 1987 mit 12,75 Prozent ein höheres Wachstum verzeichnet.