Verleih und Premium als Erlöstreiber, Skitourengeschäft stagniert © APA - Austria Presse Agentur
Die Sporthändler verzeichnen in den Tourismusregionen in der aktuellen Wintersaison 2025/26 bisher "eine hohe Nachfrage". "Die stabile Schneelage und das anhaltende sonnige, kalte Winterwetter der vergangenen Wochen sorgen für gut besuchte Skigebiete", so der Sprecher der Vertretung ARGE Tourismus, Christoph Bründl, in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Bründl ist auch Eigentümer des gleichnamigen Sporthändlers, der 31 Sport-Shops an 9 Standorten in Österreich betreibt.
Die ARGE Tourismus ist die Interessensgemeinschaft der rund 750 Sportartikelgeschäfte in Tourismusgebieten und von Unternehmen der Skiindustrie. Die touristischen Sporthändler erwirtschaften bis zu 80 Prozent ihres Jahresumsatzes im Winter und sind nach eigenen Angaben für rund 7.000 Arbeitsplätze in den Tourismusregionen verantwortlich. Die Interessensvertretung ortet einen Zuwachs bei heimischen Gästen, die in der heurigen Wintersaison laut Schätzungen bisher um rund 10 Prozent häufiger in die Berge und Skigebiete zurückgekehrt sind. "Viele Österreicherinnen und Österreicher entdecken die Freude am Wintersport neu und beleben damit unseren Handel", so Branchenvertreter Bründl weiter. Auch aus den wichtigen Herkunftsmärkten Deutschland, den Niederlanden und England sei "die Nachfrage stabil geblieben".
Verleih und Premium als Umsatztreiber, Skitouren-Geschäft stagniert
Für viele Sportartikelhändler in Tourismusgegenden hat sich das Geschäft rund um den Verleih von Ski zu einer großen Umsatzstütze entwickelt. Skiverleih, Skiservice und Skidepot würden bei einzelnen Standorten und Betrieben bis zu 70 Prozent am Gesamtumsatz ausmachen, hieß es von der Branchenvertretung. Außerdem bleibe der Trend zu hochwertigen und individuell angepassten Produkten im Verkauf weiter bestehen. "Unsere Investitionen in Beratung und Premium-Dienstleistungen zahlen sich doppelt aus", so der ARGE-Tourismus-Sprecher. Weniger gut läuft das zu Beginn der Coronapandemie 2020/2021 boomende Geschäft mit Skitourenausrüstung. In diesem Geschäftsbereich stagniere das Geschäft aufgrund der Schneesituation bereits im vierten Jahr in Folge.
Trotz einer guten Umsatzentwicklung in der laufenden Wintersaison sehen sich die Sportartikelhändler durch gestiegene Personal- und Betriebskosten sowie Energiepreise unter Druck. "Ohne gezielte Entlastungen, wie wettbewerbsfähige Strompreise oder ein eigenes Saisonkontingent für Arbeitskräfte, gerät unsere Servicequalität und Wettbewerbsfähigkeit ernsthaft in Gefahr", warnte Bründl. Auch die Suche nach qualifiziertem Personal sei für die Branche "zunehmend schwierig - das Know-how der Branche ist bedroht." Der touristische Sportartikelhandel muss Teil des Tourismus sein und auch beim Zugang zu Arbeitskräften entsprechend behandelt werden", forderte der Branchenvertreter.