Die international agierende Wietersdorfer Gruppe mit Sitz in Klagenfurt, die Baustoffe wie Zement, Beton und Rohre produziert, hat 2025 ihre Wachstumsziele aufgrund des herausfordernden Umfelds nicht erreicht. Im Vergleich zu 2024 gab es einen Umsatzrückgang von 1,3 Prozent auf 1,09 Mrd. Euro. CEO Michael Junghans verwies am Dienstag vor Journalisten unter anderem auf die gedämpfte Konjunktur: "Wir haben uns auch den Handelsbarrieren und Preisauftrieb nicht entziehen können."

Der schwache Wohnbau bremste das Geschäft, besser lief der Industriebau, hier vor allem der Bau von Rechenzentren, die Wietersdorfer spüren auch die deutschen Infrastrukturinvestitionen. Im Bereich Zement und Beton gab es ein Umsatzplus von 17,6 Prozent auf 323,4 Mio. Euro, das entspricht einem Anteil von 30 Prozent am Gesamtumsatz. Das mit rund 50 Prozent Anteil wichtige Rohrgeschäft - hier wäre der Wohnungsbau maßgeblich - schwächelte. Im Bereich GFK-Rohrsysteme betrug der Umsatz 432,1 Mio. Euro (minus 16,1 Prozent), die PP-Rohrsysteme machten 87,5 Mio. Euro Umsatz (minus 2,4 Prozent). Das Segment Industriemineralien erwirtschaftete 193 Mio. Euro Umsatz (plus 4,5 Prozent).

US-Zollpolitik hielt Management in Atem

Die Trump'sche Zollpolitik habe das Management im ersten Halbjahr fast täglich in Atem gehalten. Im US-Werk der Gruppe sei man teilweise auf Importe aus China angewiesen. "Und wenn sich dann die Glasfaserpreise plötzlich mit Zöllen plus 100 Prozent und anderes beginnen zu überschlagen, ist es schwierig, im Projektgeschäft überhaupt noch Aufträge zu kalkulieren", so Junghans. Die US-Zölle kosteten das Unternehmen 8 bis 10 Mio. US-Dollar beim Ergebnis.

"Kurs halten" habe 2025 bedeutet, intern die Hausaufgaben zu machen und "volle Kostendisziplin" walten zu lassen, so Junghans. Zwei Werke in Deutschland und Polen habe man geschlossen, weil es billiger ist, Rohre aus dem Werk in der Türkei anzuliefern. Heuer sorgte dort allerdings die Blockade der Straße von Hormuz dafür, dass Lkw-Kapazitäten knapp wurden. Für 2026 hat sich die Wietersdorfer Gruppe neuerliches Wachstum vorgenommen.

Drei Viertel des Umsatzes in Europa

Geografisch machten die Wietersdorfer drei Viertel des Umsatzes in Europa. Beim Länder-Umsatzranking der Gruppe löste das Österreich-Geschäft (plus 6,7 Prozent) die USA (minus 7,7 Prozent) als stärksten Absatzmarkt ab. Italien, wo ein Zementwerk in Fanna neu in die Gruppe kam, verzeichnete ein deutliches Umsatzplus von knapp 38 Prozent und kam auf Platz drei vor Deutschland. Stark gewachsen ist auch das Spanien-Geschäft (plus 59,7 Prozent, Platz sechs).

Die Wietersdorfer Gruppe, zu der unter anderem Alpacem, InterCal, Amiblu, Hobas, Poloplast und Calcit gehören, ist mit 121 Produktions- und Vertriebsstandorten in 29 Ländern vertreten und exportiert in 76 Länder. Der Personalstand wuchs von 3.670 Mitarbeitern 2024 auf 3.783. Davon arbeiteten 748 in Österreich (2024: 741) beziehungsweise 328 in Kärnten (2024: 338).

(APA)