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Eine runde Sache

NEW BUSINESS Innovations - NR.4, MAI 2021
Bei der Brecheranlage im Werk Purbach werden Austrotherm XPS-Verschnitte zerkleinert. © Austrotherm/Pepo Schuster

Mit Österreichs erstem klimaneutralen Abholservice für XPS-Baustellenverschnitte startet der Dämmstoffspezialist Austrotherm ein zukunftsorientiertes Kreislauf­projekt ...

... das sowohl Entsorgungskosten als auch Ressourcen spart.

Die Austrotherm GmbH, ihres Zeichens führender Anbieter im Bereich klimaschützender Wärmedämmung in Mittel- und Osteuropa, verfolgt seit vielen Jahren einen konsequenten Nachhaltigkeitskurs. Im März 2021 wurde mit einem österreichweiten klimaneutralen Abholservice für saubere XPS-Baustellenverschnitte gestartet und damit der Grundstein für eine zukunftsorientierte Kreislaufwirtschaft gelegt. „Seit Jahrzehnten verfolgen wir von Austrotherm das Ziel, unser Leben und unser Klima durch die Herstellung hocheffizienter Dämmstoffe zu verbessern. Sie sparen Energie und verringern somit CO2-Emissionen – und das ein Häuser-Leben lang. Mit dem österreichweiten XPS-Recyclingservice starten wir als erstes Unternehmen klimaneutral in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft“, erklärt Vertriebs-Geschäftsführer Robert Novak.
Mit der kostenlosen Abholung und Rücknahme von Austrotherm-XPS-Baustellenverschnitten sparen sich Kunden auf einfache Weise Entsorgungskosten und schonen im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz wertvolle Ressourcen. Konkret recycelt Austrotherm saubere Austrotherm-XPS-Baustellenverschnitte aus aktueller Produktion, die beim Zuschneiden und Einpassen der Platten auf der Baustelle anfallen. Sauber bedeutet, ohne Fremdmaterialien wie Kleber, Erde oder sonstige Verunreinigungen. Nicht übernommen wird XPS-Material, das von Abbruchbaustellen stammt.

So funktioniert das RecyclingService
Die Abholung von Austrotherm-XPS-Baustellenverschnitten erfolgt in Austrotherm-Recycling-Säcken, die online unter austrotherm.at/recycling bestellt werden können, oder in eigenen transparenten Säcken. Die Mindestabholmenge beträgt zehn Säcke oder 5 m³. Es können aber auch während der Öffnungszeiten die vollen Recycling-Säcke in das Austrotherm-Werk nach Purbach gebracht werden.

Recycling statt thermischer Verwertung ­halbiert CO2-Ausstoß
Nachdem ein regionaler Pilotversuch im Vorjahr von den Kunden sehr gut angenommen worden ist, entschied Austrotherm, diesen Recyclingservice gemeinsam mit Logistikpartnern für die heimische Baubranche österreichweit auszurollen. „Unsere XPS-Platten eignen sich hervorragend für Recycling und können dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden – dadurch können wir CO2-Emissionen und den Ressourcenverbrauch reduzieren. Wir leisten damit einen wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft,“ so Heimo Pascher, technischer Geschäftsführer der Austrotherm Österreich.
Die hochwertigen XPS-Baustellenverschnitte werden nicht wie bisher der thermischen Verwertung zugeführt, sondern wie produktionsbedingte Verschnitte im Werk Purbach in einem Brecher zerkleinert, gemahlen und aufbereitet. Das Granulat wird somit wieder zu hochqualitativem, klimaschonendem XPS-Dämmstoff verarbeitet. Dadurch wird nicht nur neuer Rohstoff eingespart, sondern es werden auch CO2-Emissionen vermieden, die bei der thermischen Verwertung entstehen würden. „Wir haben den Einsparungseffekt genau analysiert. Durch das Recycling reduzieren wir den CO2-Ausstoß in der Entsorgung von Baustellenverschnitten um mindestens 50 Prozent. Durch jede Tonne XPS, die wir rückführen, können 1,8 Tonnen CO2 eingespart werden. Oder eindrucksvoller formuliert, spart jede Tonne XPS, die wir von Baustellen recyceln, so viel CO2 ein, wie rd. 148 Buchen pro Jahr binden“, sagt Pascher.

Austrotherm-Recycling-­Service als ­„klimaneutrale Dienstleistung“
In Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzexperten ClimatePartner hat Austrotherm eine umfassende CO2-Bilanz erstellt. Dabei werden die CO2-Emissionen der Logistik, der Wiederaufbereitung und der thermischen Verwertung der verschmutzten Abfälle berücksichtigt und mit der herkömmlichen thermischen Verwertung der Baustellenverschnitte verglichen. „Die CO2-Emissionen werden durch Recycling reduziert. Die verbleibenden nicht vermeidbaren Emissionen wie beispielsweise für den Transport werden durch Klimaschutzprojekte kompensiert. Der Austrotherm-Abholservice ist somit klimaneutral“, freut sich Heimo Pascher über die Kooperation mit ClimatePartner.
Für den Ausgleich der verbliebenen CO2-Emissionen unterstützt Austrotherm ein anerkanntes und nach internationalen Standards zertifiziertes Klimaschutzprojekt der Alpenschutzkommission CIPRA: „Regionale Projekte in Österreich, nachhaltige Entwicklung im Alpenraum“. Darüber hinaus gibt es zusätzlich eine internationale Zusammenarbeit zum Schutz des Regenwaldes im Amazonasgebiet. (BO)

INFO-BOX
Über Austrotherm
Die Austrotherm-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 343 Millionen Euro und beschäftigte per 31.12. 2020 in Summe 1.100 Mitarbeiter. Die sich in österreichischem Familienbesitz befindliche Austrotherm-Gruppe verfügt nun aktuell in elf Ländern über insgesamt 23 Produktionsstandorte für Dämmstoffe. Neben der Zentrale in Wopfing und den Werken in Pinkafeld und Purbach ist der Dämmstoffpionier mit Unternehmen in Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, ­Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Ungarn und der Türkei vertreten.