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Die "Geburtshelfer" von Eplan Österreich sind noch heute mit an Bord (v. l. n. r.): Alexandra Bruckmüller, Martin Berger und Helmut Radinger. © Eplan

1996 wurde Eplan Österreich gegründet. Geschäftsführer Martin Berger und sein Team der "ersten Stunde" – Alexandra Bruckmüller und Helmut Radinger – blicken im Interview zurück.

Im Jahr 1984 wurde Eplan von der Friedhelm Loh Group in Deutschland aus der Taufe gehoben. Zwölf Jahre später entschloss man sich, auch eine Niederlassung in Österreich zu gründen – als zweite Auslandsniederlassung nach den USA. Martin Berger war von Anfang an als Geschäftsführer dabei und lässt im Interview gemeinsam mit Alexandra Bruckmüller und Helmut Radinger, seinen beiden Mitarbeitern der ersten Stunde, die vergangenen 30 Jahre Revue passieren.

Herr Berger, was hat Sie persönlich dazu bewogen, die Marke Eplan in Österreich zu etablieren?
Martin Berger: Als ich 1986 bei der Firma Elin als Konstrukteur begann, erstellte ich noch händisch Schaltpläne für gebäudetechnische Anlagen. Doch die zuständige Abteilung war damals bereits innovativ unterwegs und hatte zumindest einen unbenutzten CAE-Arbeitsplatz in der Ecke stehen. Mein Auftrag lautete dann, dieses CAE-System für die Aufgaben in der Gebäudetechnik zum Leben zu erwecken. Gleich zu Beginn hatte ich mir im Learning-by-Doing-Format die Eplan-Grundzüge binnen einer Woche angeeignet und war hellauf begeistert, wie zügig sich damit Schaltpläne kreieren lassen. Daraufhin erhielt ich intern von Elin die Aufgabe, das CAE-Tool Eplan österreichweit auszurollen. Als im Jahr 1990 die IT-Abteilung der VA Tech die Generalvertretung für Eplan in Österreich übernahm, wechselte ich in diesen Bereich und war dort zuerst als Trainer und Consulter tätig. Später wurde ich immer mehr in Vertriebstätigkeiten von Eplan eingebunden, die auch den Vertrieb der Autodesk- und Unigraphics-Softwaresysteme umfassten.

Nach und nach entwickelte sich diese Tätigkeit zu einem Führungsjob, da ich für sämtliche Bereiche Teams aufzubauen hatte. Als 1996 eine Eplan-Niederlassung in Österreich angedacht wurde, bot mir der damalige Eigentümer aus Deutschland, Herr Wiechers, dafür die Geschäftsführung an. Im August 1996 war’s so weit: Am Standort Amstetten in Niederösterreich gründete ich in einem kleinen Büro in der Innenstadt Eplan Österreich. Das Ziel des Eigentümers war es, Eplan durchgängig am deutschsprachigen Markt zu etablieren. Dazu sei bemerkt, dass die österreichische Dependance nach den USA erst die zweite Eplan-Auslandsniederlassung war. 

 

© Eplan
 


"Einer unserer ersten Vorsätze gilt bis heute: Nicht einer allein ist Ideengeber bei Herausforderungen." 

Martin Berger, Geschäftsführer Eplan Österreich

 

Ihre erste Aufgabe war die Gründung eines schlagkräftigen Teams ...
Martin Berger: Ganz richtig! Meine erste Aufgabe bestand darin, ein kompetentes und engagiertes Team zusammenzustellen. Wobei zu erwähnen ist, dass damals die Gründung eines IT-Unternehmens einen noch sehr utopischen Touch hatte. Dazu waren am Markt CAD-Systeme für die Elektrotechnik ein völlig unbekanntes Terrain. Für eine derart visionäre Firmengründung Mitarbeiter zu finden, war dem ersten Anschein nach gar nicht so einfach. Aber ich hatte großes Glück! Für die technischen Belange rund um die Eplan-Software stand mir mein ehemaliger, sehr geschätzter Kollege bei Wiechers & Partner, Helmut Radinger, als versierter Eplan-Berater zur Seite. Und für den Aufbau der Büroorganisation mit all seinen Facetten fand ich in meinem privaten Umfeld Alexandra Bruckmüller – ein wahres Allroundtalent! 

Alexandra Bruckmüller und Helmut Radinger, wie empfanden Sie beide Ihre jeweilige Eplan-Startphase, und welche Positionen haben Sie jeweils in Ihrer Eplan-Laufbahn bekleidet?
Alexandra Bruckmüller: Zum Glück war ich vor meinem Eplan-Antritt am 15. September 1996 noch zwei Wochen auf Urlaub und somit für alle "Schandtaten" bereit. Davor war ich in einer kleinen Abteilung eines großen Konzerns tätig – dort gab es für jeden Handgriff eine Jobbeschreibung. Für die Eplan-Challenge war ich also nicht optimal gerüstet. Martin meinte damals: "Alexandra, da ist ein PC, ein Drucker und ein Fax – du weißt schon, was zu tun ist!" Und ich dachte mir, schauen wir mal … 

Damit war ich über Nacht für den gesamten Büroaufbau zuständig. Das hieß plötzlich für mich, versiert zu sein in buchhalterischen Belangen, der Verrechnung, der Angebots- und Auftragsabwicklung, im Marketing wie auch bei Neueinstellungen und in der Mitarbeiterbetreuung HR-Agenden zu übernehmen. Es war an mir, meine in der Handelsschule erlernten Fähigkeiten in die Tat umzusetzen und in der Praxis auszubauen, was mir riesigen Spaß bereitete.

Martin und Helmut gaben richtig Tempo am Markt. Beide haben sehr rasch bereits von Wiechers & Partner übernommene Eplan-Kunden sowie neue Kunden durch eine Fülle innovativer Ideen in deren Betreuung gewinnen können. Daran wachsend war es für mich sehr spannend, zwischen all meinen mir übertragenen Bereichen flexibel zu agieren und step by step die Büroorganisation zu gestalten. Besonders gefallen hat mir immer schon der Rückhalt im damals noch kleinen Team – Martin, Helmut und ich zogen in jeder Hinsicht gemeinsam an einem Strang. Alles wurde miteinander besprochen und danach die Agenden dazu jeweils auf uns drei verteilt.

Meine Position hat sich auch im Laufe der Jahre schwerpunktmäßig immer wieder neu erfunden, je nachdem, wo es im Office-Bereich Neues aufzubauen galt. Aktuell bin ich für Human Resources von 50 Mitarbeitern im Inland und 40 Mitarbeitern im Ausland zuständig und empfinde meinen heutigen Job noch immer als genauso spannend wie am ersten Tag bei Eplan.

 

© Eplan
 


"Besonders gefallen hat mir immer schon der Rückhalt im damals noch kleinen Team." 

Alexandra Bruckmüller, Human Resources Eplan Österreich

 

Helmut Radinger: Der 1. September 1996 war mein Antrittsdatum bei Eplan. Da ich beim Vorgängerunternehmen mit Martin schon in einem Team war und als Programmierer und gelernter Elektrotechniker für Maschinenbau gearbeitet hatte, mir zudem Eplan bereits bekannt war und enormen Spaß bereitet hat, war mein Job bei Eplan eigentlich schon "vorprogrammiert".

Um allerdings vom Start weg Kunden an Land ziehen zu können, benötigten wir einige Service-Ideen, die – trotz aller Unkenrufe – potenzielle Kunden von der Nutzung der Eplan-Tools überzeugen konnten. So richteten wir zum Beispiel gleich zu Beginn eine technische Hotline mit Ansprechpartnern ein, um unsere Kunden bei Fragen zur Eplan-Software bestmöglich unterstützen zu können. Technischen Support über eine Hotline kannte man bis dahin nicht. Somit punkteten wir mit einem einzigartigen Service für Eplan-Softwarelösungen in Österreich! Ebenso haben wir von Anfang an Schulungen zur Eplan-Software in einem Schulungsraum an unserem Firmenstandort in Amstetten ausgerichtet – wenn damals auch nur im analogen Format. Hierzu stellten wir jedem Teilnehmer einen PC sowie Schulungsunterlagen zur Verfügung. Dies half uns enorm, sehr rasch nachhaltige Kundenbeziehungen in ganz Österreich aufzubauen. Und um den Nachwuchs in Sachen Electrical Engineering zu sichern, begannen wir auch sehr früh mit der Ausrollung der Eplan-Software in HTLs, Berufsschulen, Fachhochschulen, Universitäten und Weiterbildungseinrichtungen wie dem Wifi oder dem BFI. Dies wird bis heute von Schülern, Studenten und Lehrkörpern begeistert angenommen.

Mein ehemaliges Arbeitsfeld der technischen Kundenbetreuung hat sich im Laufe der Jahre immer mehr in Richtung Vertrieb verlagert. Und das betreibe ich immer noch mit großer Leidenschaft!

 

© Eplan
 


"Technischen Support über eine Hotline kannte man bis dahin nicht – somit punkteten wir mit einem einzigartigen Service für Eplan-Softwarelösungen in Österreich!"

Helmut Radinger, Account Manager Eplan Österreich

 

Wie gelang es, von anfänglich drei auf heute – allein in Österreich – 50 Mitarbeiter innerhalb von 30 Jahren aufzustocken? 
Martin Berger: Als wir noch quasi ein Start-up-Unternehmen waren, haben wir im Dreierteam alles selbst gemacht. Von der Büroreinigung bis zu jeder in langen Nächten kuvertierten Werbeaussendung. Unsere Arbeitsstunden haben wir nie gezählt, wir hatten unsere Vision, und die wurde mit viel Enthusiasmus täglich verfolgt. Diese Begeisterung tragen wir auch heute noch so in uns. Die vielen verschiedenen Jobs verteilen sich heute eben auf 50 Mitarbeiter allein hier in Österreich (lacht herzlich)! Den sukzessiven Belegschaftszuwachs konnten wir uns schon ab dem ersten Geschäftsjahr erlauben, da es uns von Beginn an gelang, in den 30 Jahren unseres Bestehens stets Gewinne zu erzielen. 

Inwiefern hat über die 30 Jahre die anfängliche Dreierkonstellation emotional den heutigen Teamgeist aller aktuell 50 Mitarbeiter beeinflusst? 
Martin Berger: Einer unserer ersten Vorsätze gilt bis heute: Nicht einer allein ist Ideengeber bei Herausforderungen. Jeder im Team bringt sich auch heute noch immer bei allen gestellten Aufgaben ein, und die beste Idee wird dann von allen umgesetzt. Dieser Teamgeist motiviert alle zur aktiven Mitarbeit und bewirkt zum einen, dass alle sich mit Feuereifer an der Weiterentwicklung des Unternehmens beteiligen. Zum anderen fördert diese "Methodik" gleichzeitig jeden Einzelnen, seine bzw. ihre Stärken auszuloten, sich in das jeweilig favorisierte Arbeitsgebiet einzubringen bzw. zu positionieren und auch die Verantwortung dafür zu übernehmen. 

Der Erfolg davon lässt sich sehen! Wie gedenken Sie, das 30-Jahr-Jubiläum zu feiern?
Martin Berger: Actionreich, auf jeden Fall, das liegt uns allen im Blut! Nebst einer internen Party wollen wir auch mit unseren Kunden im September zu den alljährlichen Userdays ein Fest veranstalten, bei dem sich "die Balken biegen" werden! (red.)

Das Interview führte die freie Fachredakteurin Luzia Haunschmidt. 

www.eplan.com/at-de/

 

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