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Erika Hochrieser, Florian Bouchal und Robert Just (v.l.n.r.) © Frauenthal Handel Gruppe

Lager, Logistik, Liquidität: Warum der Großhandel in Krisenzeiten zum Risikopuffer wird.

Steigende Kosten, schwankende Rohstoffpreise und unsichere Lieferketten setzen Installateur-Betriebe in Österreich zunehmend unter Druck. Während häufig über Materialengpässe oder die schwache Baukonjunktur gesprochen wird, gerät ein Akteur oft in den Hintergrund: der Großhandel. Dabei übernimmt er längst weit mehr als reine Lieferung und wird damit für viele Betriebe zum wirtschaftlichen Rückgrat. "Der Großhandel hält im Hintergrund vieles am Laufen, was auf Baustellen und in Betrieben funktionieren muss", so Erika Hochrieser, Vorstandsvorsitzende der Frauenthal Handel Gruppe AG, österreichischer Großhändler für Sanitär-, Heizungs- und Installationstechnik.

Geopolitische Entwicklungen, instabile Preisentwicklungen, kurzfristige Materialengpässe, steigende Finanzierungskosten und sinkende Margen setzen die Bau- und Installationsbranche zunehmend unter Druck. Gleichzeitig steigen Energie-, Transport- und Finanzierungskosten, während Projekte immer härter kalkuliert werden müssen. Besonders im privaten Wohnbau bleibt die Zahl neuer Projekte niedrig. "Viele Unternehmen kämpfen aktuell insbesondere mit fehlender Planbarkeit. Wenn Preise, Verfügbarkeiten und Projektlaufzeiten laufend schwanken, steigt das wirtschaftliche Risiko für alle Beteiligten massiv", erklärt Erika Hochrieser von der Frauenthal Handel Gruppe AG. Besonders problematisch: Auftraggeber stehen immer häufiger vor der Herausforderung, Projekte über längere Zeiträume verlässlich zu kalkulieren. Gleichzeitig kann entlang der Lieferkette kaum noch jemand seriös vorhersagen, wie sich Rohstoffpreise, Energie- oder Transportkosten entwickeln werden. "Niemand weiß heute, welche Auswirkungen internationale Krisen oder unterbrochene Handelsrouten in ein paar Monaten haben werden. Genau diese Unsicherheit landet am Ende direkt auf den Baustellen", ergänzt Hochrieser.

Der Großhandel als Puffer der Branche 
Genau an diesem Punkt übernimmt der Großhandel eine zentrale Funktion. Während er häufig primär mit Lieferung oder Logistik verbunden wird, übernimmt der Großhandel innerhalb der Branche längst eine deutlich umfassendere Rolle. Große Lagerbestände, maßgeschneiderte Zahlungsziele und die laufende Abstimmung mit Industriepartnern sorgen dafür, dass Projekte trotz schwieriger Rahmenbedingungen überhaupt umgesetzt werden können. Robert Just, COO der Frauenthal Handel Gruppe AG, erklärt, dass viele im Großhandel in erster Linie einen Logistiker sehen. Tatsächlich übernimmt er aber einen erheblichen Teil des wirtschaftlichen Risikos innerhalb der Branche. So lagert er große Mengen an Material ein, damit Produkte kurzfristig verfügbar bleiben, auch dann, wenn internationale Lieferketten unter Druck geraten. Gleichzeitig werden viele Projekte vorfinanziert. Dadurch entstehen für Installateur-Betriebe verlässlichere Rahmenbedingungen im laufenden Projektgeschäft. Gerade für kleine und mittelständische Betriebe ist diese Funktion entscheidend. "Viele Kunden unterschätzen, wie stark ihre eigene Handlungsfähigkeit davon abhängt, dass jemand im Hintergrund Lagerhaltung, Finanzierung und Verfügbarkeit absichert", so der Vorstand der Frauenthal Handel Gruppe AG.

Die Infrastruktur hinter der Baustelle
Hinzu kommen zahlreiche Leistungen, die außerhalb der Branche oft kaum sichtbar sind: persönliche Betreuung durch Außendienst und Telefonverkauf, Unterstützung bei der Material- und Produktauswahl, Retourenabwicklung, Schauräume oder Abholmärkte. Viele Projekte werden von der ersten Planung bis zur finalen Umsetzung begleitet. Gleichzeitig wird auch die Logistik zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Die Frauenthal Handel Gruppe AG ist österreichweit mit einer Flotte von 245 LKWs unterwegs und sorgt damit dafür, dass benötigte Ware bei Bedarf in weniger als 24 Stunden direkt auf die Baustelle und somit zum Kunden geliefert werden kann. Gerade in einem Umfeld, in dem Zeitpläne immer enger kalkuliert und Verzögerungen schnell hohe Kosten verursachen, wird Geschwindigkeit für viele Betriebe zunehmend zur wirtschaftlichen Notwendigkeit. Als österreichisches Unternehmen mit rund 1.500 Mitarbeiter:innen und eigener Lehrlingsausbildung sieht sich die Frauenthal Handel Gruppe AG dabei auch als wichtigen Teil der heimischen Wertschöpfungskette. "Wir bereiten im Hintergrund den Boden vor, auf dem unsere Kunden arbeiten können.  Gerade in volatilen Zeiten braucht es Partner, die Stabilität schaffen, Risiken abfedern und Lösungen finden", betont Florian Bouchal, CSO der Frauenthal Handel Gruppe AG. Dabei unterscheidet sich Österreich auch strukturell von vielen anderen europäischen Märkten. Die enge Vorfinanzierung durch den Großhandel sowie der dreistufige Vertrieb zwischen Industrie, Großhandel und Installateur-Betrieben gelten europaweit zunehmend als Besonderheit. Für die Branche wird genau diese Stabilität immer wichtiger. Denn während Märkte volatiler, Projekte komplexer und Margen kleiner werden, entscheiden Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und wirtschaftliche Sicherheit zunehmend darüber, ob Baustellen weiterlaufen – oder stillstehen. (red.)

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