++ ARCHIVBILD ++ Click& Collect verlor stark an Bedeutung © APA - Austria Presse Agentur
Die geplante Paketabgabe für Online-Händler in Höhe von 2 Euro pro Lieferung in Österreich wird sich laut einer aktuellen Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) an der Linzer Kepler-Universität kaum durch eine Selbstabholung im Geschäft umgehen lassen. Zwar sieht der Gesetzesentwurf eine Ausnahme für Click & Collect vor, dieser Vertriebsweg verliert jedoch an Bedeutung und machte 2025 nicht einmal 6 Prozent der gesamten heimischen Online-Ausgaben aus.
Die Handelsexperten begründen das vor allem mit der Dominanz internationaler Anbieter, die keine Filialen zur Abholung betreiben. So kaufen 87 Prozent der österreichischen Online-Shopper bei Amazon ein, 58 Prozent bei Plattformen wie Temu oder Shein. Zudem bevorzugen 59 Prozent der Konsumenten ausdrücklich die Zustellung nach Hause. Der Anteil von Click & Collect an den gesamten Online-Ausgaben sank dementsprechend von 7,0 Prozent im Jahr 2022 auf zuletzt 5,6 Prozent.
Besonders in ländlichen Regionen würden oft gute Alternativen zum Online-Kauf fehlen, betonte IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller. Die Paketabgabe von 2 Euro werde, zumindest im aktuell diskutierten Entwurf, nahezu alle Online-Shopper treffen, meint Handelsforscher Ernst Gittenberger. Die zusätzlichen Kosten würden wohl größtenteils an die Kunden weitergegeben werden, meinen die Handelsexperten.