US-Präsident Trump hat am Montag allen Handelspartnern des Iran mit einem Zoll von 25 Prozent gedroht. Nach Einschätzung des iranischen wiiw-Ökonomen Mahdi Ghodsi dürften die US-Strafzölle erhebliche Auswirkungen auf die wichtigsten Handelspartner des Iran haben. Europa zähle zwar nicht zu diesen Partnern, könnte die Folgen aber über steigende Energiepreise zu spüren bekommen. Österreichs Handel mit dem Iran war bereits vor der Androhung Trumps rückläufig.
"Mit sofortiger Wirkung wird jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran macht, einen Zoll von 25 Prozent auf den gesamten Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika zahlen", schrieb Trump am Montag in sozialen Medien. Bisher veröffentlichte das Weiße Haus allerdings keine Details zur Umsetzung der Ankündigung. Iranische Behörden sprechen mittlerweile von rund 2.000 Toten bei Protesten.
Auswirkungen der US-Strafzölle
Trotz internationaler Sanktionen exportierte der Iran in den vergangenen Jahren große Mengen an Öl. Die wichtigsten Handelspartner des Iran sind China, Indien, Russland, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei. Laut Angaben der Denkfabrik Washington Institute werde die Herkunft iranischen Öls beim Export verschleiert, etwa indem Öl zwischen Tankern auf See umgeladen oder über die Vereinigten Arabischen Emirate verkauft wird. Im Gegenzug biete der Iran hohe Rabatte. In Folge der Ankündigung Trumps soll diesem Handel nach Einschätzung Ghodsis nun ein Ende gesetzt werden. Zukünftig werde es reichen, Tanker mit iranischem Öl einem Land zuzuordnen, um den jeweiligen Handelspartner zu sanktionieren.
Sollten neue US-Zölle tatsächlich iranische Ölexporte verhindern, wären die Konsequenzen für die iranische Regierung nach Einschätzung Ghodsis erheblich. Ohne Ölexporte würde die Haupteinnahmequelle des Lands versiegen, und die Währungsreserven würden weiter schrumpfen. Die Regierung müsste dann verstärkt Geld drucken, was die ohnehin hohe Inflation weiter erhöhen und anhaltende Proteste verstärken würde.
Die Auswirkungen der US-Strafzölle auf Europa schätzt Ghodsi allerdings als begrenzt ein. Europas Handel mit dem Iran bestehe überwiegend aus humanitären Gütern, die voraussichtlich nicht von den US-Strafzöllen betroffen sein werden. Die Zölle könnten jedoch indirekte Auswirkungen auf Europa haben, indem sie die Energiepreise - insbesondere für Öl - steigen lassen.
Handelsbeziehungen zwischen Österreich und dem Iran
Unabhängig von den drohenden US-Strafzöllen ist Österreichs Handel mit dem Iran nach Angaben des Außenwirtschaftscenters Teheran bereits seit Jahren rückläufig. Im Jahr 2024 schrumpfte das Handelsvolumen zwischen dem Iran und Österreich im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf rund 128 Millionen Euro. Zu den wichtigsten österreichischen Exportgütern zählten 2024 pharmazeutische Erzeugnisse, dicht gefolgt von Maschinen und Anlagen. An dritter Stelle standen elektrische Apparate wie elektrische Motoren.
Viele österreichische Exporteure hätten mit Einschränkungen im Zahlungsverkehr zu kämpfen, so das Außenwirtschaftscenter. Ghodsi ergänzte, dass österreichische Pharmaexporte in den Iran häufig nur über Umwege und kostspielige Finanztransaktionen abgewickelt werden könnten. Oft erfolge der Export über ein Drittland im Rahmen eines komplizierten Tauschhandelsystems.
(APA)