Gesammelte Dosen vorm Recycling © APA - Austria Presse Agentur
Die Entsorgungsbranche sieht Österreich in Reaktion auf einen kürzlichen EU-Bericht im Europavergleich zwar "großartig" im Recycling. "Allerdings ist die Nachfrage nach Recyclingrohstoffen gering und eine echte Kreislaufführung der Materialien daher kaum möglich", so Gabriele Jüly, Präsidentin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB), fest. Die Branche bekräftigt daher etwa ihren Ruf nach einem verpflichtenden Einsatz von Recyclingrohstoffen.
Zudem sei eine rechtliche Gleichstellung von primären und recycelten Wertstoffen notwendig, so der VOEB. Denn steigende Betriebskosten, fehlende Nachfrage nach Recyclingprodukten und der Preisdruck durch minderwertige Kunststoffimporte aus Drittstaaten würden die Wettbewerbsfähigkeit sowohl der europäischen als auch der heimischen Recyclingbranche untergraben. Das gefährde nicht zuletzt die Umweltziele der EU, so der VOEB mit Verweis auf den entsprechenden EU-RH-Bericht.
Österreich im Europa-Spitzenfeld
Demnach würden in Österreich über 60 Prozent der Abfälle von Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen recycelt. Damit liege man mit Staaten wie Slowenien oder Deutschland im Spitzenfeld.
Laut dem EU-Rechnungshof gelte es, die Kreislaufwirtschaft in Europa wirtschaftlich rentabler zu machen. Ein weiterer Schritt müsse die Schaffung eines "Schengenraums für Rezyklate" sein, so der VOEB. Jüly: "Die Abfall- und Ressourcenwirtschaft produziert hochwertige Sekundärrohstoffe. Doch bürokratische Barrieren führen dazu, dass es dafür keinen echten Binnenmarkt gibt. Abfall muss in der EU endlich als eine wertvolle Ressource eingestuft werden, die bis auf wenige Ausnahmen dem freien Warenverkehr unterliegt." Erst dann werd es einen fairen Wettbewerb geben.