Beim Kristallkonzern sorgte zuletzt Personalabbau für Schlagzeilen © APA - Austria Presse Agentur

Die Swarovski International Holding AG mit Hauptsitz in der Schweiz hat ihren Verwaltungsrat neu besetzt. Unter anderem ist Arturo Pacifico Griffini, Sohn von Fiona Pacifico Griffini-Grasser, an Bord, hieß es am Montag in einer Aussendung. Außerdem wurden Nadja Adams-Swarovski und Carina Schiestl-Swarovski als Familienvertreter des Tiroler Kristallkonzerns neu bestellt. Diese Veränderungen setzen die letztjährige, einstimmige Entscheidung der Familiengesellschafter um.

Damals wurde entschieden, den Wattener Betrieb in die neu gegründete DSW Kristall AG & Co KG einzubringen, die eine 100-Prozent-Tochter der Schweizer Swarovski International Holding (SIH) ist. Zudem sollten die "Governance der Eigentümerfamilie" gestärkt und alle Rechtsstreitigkeiten beigelegt werden, hieß es. Pacifico Griffini ist Vertreter der sechsten Familiengeneration seit der Unternehmensgründung durch Daniel Swarovski vor 131 Jahren. Adams-Swarovski und Schiestl-Swarovski stammen aus der fünften Generation. Die internationale Investmentbankerin Jing Ulrich wird sechstes unabhängiges Verwaltungsratsmitglied.

Die neuen Vertreter ergänzen die im November 2021 ernannten unabhängigen Verwaltungsräte, teilte der Konzern mit. Verwaltungsratspräsidentin Luisa Delgado sah durch den neuen Aufsichtsrat "Strategie und Aufsicht" gestärkt. Vizepräsident Robert Buchbauer - vormals Swarovski-CEO - sah das Unternehmen bereit für die "nächste Stufe".

Langjähriger Konflikt auch vor Gerichten ausgetragen

Den Neuerungen war eine Fehde der Eigentümerfamilien des Kristallkonzerns Swarovski mit Stammsitz im Tiroler Wattens vorangegangen. Der teils vor Gerichten und in den Medien ausgetragene Streit war im Sommer 2025 für beendet erklärt worden. Die Gesellschafter einigten sich einstimmig auf die Schaffung eines "integrierten Kristallkonzerns", der DSW Kristall AG & Co KG.

Der Wattener Betrieb und damit alle Mitarbeitenden wurden in den neuen Konzern eingebracht. Die Unternehmenszahlen hatten sich indes zuletzt wieder etwas verbessert: Der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 stieg gegenüber dem Jahr davor von 1,8 auf 1,9 Mrd. Euro.

Erneuter Personalabbau in Wattens

Am Stammsitz in Wattens hatte der Kristallkonzern indes zuletzt den Abbau von rund 400 Arbeitsplätzen angekündigt. Schließlich hieß es Mitte Jänner, dass "weniger als 80 Personen" "aktiv abgebaut" werden müssten. 85 Prozent der Stellen hätten durch Pensionierungen und mit "partnerschaftlichen freiwilligen Abgängen" gelöst werden können. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der weltweit agierende Konzern stetig seinen Mitarbeiterstand am Hauptsitz reduziert. Im Jahr 2020 waren 1.200 Beschäftigte betroffen, zuvor hatten noch 4.600 Menschen in Wattens gearbeitet. Zuletzt waren dort noch rund 2.480 Mitarbeiter tätig. In Zukunft sollen es rund 2.100 sein.