RBI will Addiko-Aktionären 23,05 Euro je Aktie in bar bieten © APA - Austria Presse Agentur

Die Raiffeisen Bank International (RBI) plant ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die in Wien ansässige Addiko Bank AG. Die RBI will den Aktionären 23,05 Euro je Aktie in bar bieten, teilte das Institut am Mittwochabend mit. Dies entspreche einem Aufschlag von 20 Prozent auf den von Experten ermittelten Eigenkapitalwert. Das Angebot ist an eine Annahmequote von über 75 Prozent sowie an behördliche Genehmigungen geknüpft.

Nach der Übernahme will die RBI das Addiko-Geschäft in Kroatien, Slowenien und Österreich behalten. Dadurch würde die RBI in Kroatien gemessen an der Bilanzsumme zur viertgrößten Bank aufsteigen und den Wiedereinstieg in den slowenischen Markt schaffen. Die Addiko-Töchter in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro sollen hingegen im Rahmen eines sogenannten Carve-outs veräußert werden. Dafür strebt die RBI eine Vereinbarung mit der serbischen Alta Group an.

Abschluss im 4. Quartal erwartet

Der Angebotspreis bezieht sich auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen sechs Monate bis zum 7. April. Die Annahmefrist soll nach Prüfung durch die Übernahmekommission zehn Wochen betragen. Die RBI rechnet mit einem Abschluss des Übernahmeangebots im vierten Quartal 2026, der Verkauf der Balkan-Töchter an die Alta Group wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet. Der geplante Zukauf inklusive Carve-out soll die harte Kernkapitalquote der RBI ohne das Russland-Geschäft letztlich um rund 10 Basispunkte verringern.

Die auf Zentral- und Südosteuropa spezialisierte Addiko Bank war in der jüngeren Vergangenheit bereits Ziel mehrerer Übernahmeversuche. Im August 2024 war die slowenische Großbank NLB mit einem Angebot von 22 Euro je Aktie an der eigens gesetzten Schwelle von 75 Prozent gescheitert. Auch die serbische Finanzholding Agri Europe Cyprus war mit ihrem Teilangebot nicht erfolgreich. Die Eigentümerstruktur der Addiko gilt seit längerem als unübersichtlich, was unter anderem zum Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) und zur Aussetzung der Dividende für die Jahre 2024 und 2025 geführt hatte.