Das seit vorigen Dezember insolvente Salzburger Trachtenunternehmen Gössl wird im Zuge des Sanierungsverfahrens neu strukturiert und führt zwei Gesellschaften in ein Unternehmen zusammen. Damit wird die Gössl GmbH in Konkurs geschickt, Produktion und Verkauf werden aber in einem Unternehmen zusammengefasst und weitergeführt, sagte Geschäftsführer Max Gössl am Dienstagnachmittag zur APA. "Der Betrieb läuft weiter, auch die Geschäfte haben weiter offen."
Laut Alpenländischem Kreditorenverband AKV wird die Produktionsgesellschaft Gössl GmbH geschlossen. In der Gössl Gwand GmbH, die bisher für den Handel zuständig war, werden nun alle Unternehmensbereiche zusammengefasst, "das ist ein Teil des Sanierungsplans", sagte Gössl.
Gössl hatte Mitte Dezember 2024 am Landesgericht Salzburg zwei Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Laut Kreditschutzverband KSV1870 beliefen sich die Verbindlichkeiten der Produktionsgesellschaft Gössl GmbH und der Handelsgesellschaft Gössl Gwand GmbH insgesamt auf mehr als 13,6 Mio. Euro. Betroffen waren 190 bzw. 75 Gläubiger sowie 46 bzw. 91 Beschäftigte. Ursprünglich hätten beide Unternehmen fortgeführt werden sollen. Die Aktiva der beiden Gesellschaften waren mit knapp 3 Mio. Euro beziffert worden. Das ursprüngliche Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung für die Gössl GmbH wird nun als Konkursverfahren fortgeführt.
Die Geschäftsführung war bereits Mitte November vor die Presse getreten und hatte die Folgen der Corona-Krise und das Vorgehen der Hausbank für die finanziellen Schwierigkeiten mitverantwortlich gemacht, die vorzeitig Überbrückungskredite fällig gestellt habe. Man habe die Raten nicht fristgerecht tätigen können, unter anderem weil die COFAG-Unterstützungszahlungen mit Verspätung eingelangt seien. Zugleich seien auch die Umsätze hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das Kaufverhalten der Kundinnen und Kunden habe sich geändert. Auch die Energiekrise und die Personalsituation im Unternehmen hätten die Insolvenz mitverursacht.
(APA)