Einzelhandel blickt eher pessimistisch in die nahe Zukunft © APA - Austria Presse Agentur

Trotz leichtem Optimismus bezüglich des heimischen Wirtschaftswachstums im heurigen Jahr blickt der Einzelhandel eher pessimistisch in die nahe Zukunft. Konsum- und Einzelhandelsklima zeigen weder Verbesserung im abgelaufenen Jahr 2025 noch im Ausblick auf 2026, wie aus einer aktuellen Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) hervorgeht. Aufwärtstendenzen sind demnach erst im laufenden Jahr zu erwarten.

Der Saldowert aus positiven und negativen Bewertungen der privaten Haushalte zur Finanzsituation verschlechterte sich laut Studie von minus 16 Prozentpunkten im Jahr 2024 auf minus 18 Prozentpunkte im Jahr 2025. "Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit, steigender Arbeitslosigkeit und anhaltend hoher Inflation sehen die Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich auch für 2026 keine Verbesserung", heißt es in der Aussendung. Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate verharrt der Wert zum Jahreswechsel 2025/26 bei minus 7 Prozentpunkten. Der EU-Durchschnitt beträgt hier minus 3 Prozent.

"Kontrast zur empirischen Realität"

Die Einzelhändler schätzten im abgelaufenen Jahr ihre wirtschaftliche Lage im Vergleich zu 2024 "nur geringfügig" besser ein. Das Einzelhandelsklima verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf minus 5 Prozent in 2025. Der Blick in die nahe Zukunft ist entsprechend verhalten: "Die Einschätzungen der Einzelhandelsmanagerinnen und Einzelhandelsmanager zur Geschäftslage für das erste Quartal bleiben wie zu Jahreswechsel 2024/2025 negativ", so die Analyse. Der Saldowert verharrt demnach weiterhin hierzulande bei minus 12 Prozentpunkten. Im EU-Durchschnitt fiel die Bewertung für den Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2026 hingegen mit plus zwei Prozentpunkten positiv aus.

"Die Jubelmeldungen zum Jahresende stehen in auffälligem Kontrast zur empirischen Realität", erklärte IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller laut Mitteilung. Die heimische Wirtschaft befinde sich in "einer klassischen Zwickmühle: Gedämpfte Erwartungen bremsen den Konsum, während die ausbleibende konjunkturelle Dynamik diese Zurückhaltung weiter verstärkt".