++ HANDOUT ++ Umsatz des Vorarlberger Logistikers Gebrüder Weiss wuchs 2025 neuerlich © APA - Austria Presse Agentur
Das Logistikunternehmen Gebrüder Weiss (GW) mit Sitz in Lauterach (Bez. Bregenz) hat 2025 einen Nettoumsatz von 2,73 Mrd. Euro erzielt (2024: 2,71 Mrd.) und damit neuerlich ein Umsatzwachstum erreicht. Trotz verhaltener Konjunktur in Europa habe man Marktanteile hinzugewinnen können und die Produktivität gesteigert, so das Unternehmen am Montag in einer Aussendung zur Bilanz des Geschäftsjahres. Zur Ertragssituation macht das Familienunternehmen traditionell keine Angaben.
Im Bereich Landtransport Europa habe man mit einem Umsatz von 1,55 Mrd. Euro einen leichten Zuwachs verzeichnet (2024: 1,52 Mrd.). In Deutschland habe sich der Umsatz leicht rückläufig entwickelt, dennoch habe man dort Marktanteile hinzugewonnen, ebenso in Osteuropa. So wurde etwa das Home Delivery-Geschäft mit 1,36 Mio. Zustellungen gegenüber dem Vorjahr neuerlich ausgebaut.
Im innerasiatischen Handel und jenem zwischen Asien und Europa stiegen die im Bereich Air & Sea transportierten Mengen. Vor allem im E-Commerce-Geschäft zwischen China und Europa war eine Zunahme festzustellen. Aufgrund gesunkener Luft- und Seefrachtraten sei der Umsatz in dem Bereich aber mit 913 Mio. Euro unter jenem des Vorjahres (2024: 929 Mio.) geblieben. Zuwächse gab es im Logistikbereich. Bei Kontraktlogistik und im Supply Chain Management legte der Umsatz um sieben Prozent auf 147 Mio. Euro zu. Bei DPD Österreich, wo Gebrüder Weiss Mitgesellschafter ist, stieg die Zahl der Pakettransporte auf 64,6 Millionen, ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Wachstum trotz "anspruchsvoller" Rahmenbedingungen
"Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren 2025 anspruchsvoll - insbesondere in unseren mitteleuropäischen Kernmärkten", so Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Dass man dennoch leicht gewachsen sei, zeige die Leistungsfähigkeit und finanzielle Stärke des Unternehmens. "Europa bleibt das Rückgrat unseres Geschäfts und Schwerpunkt unserer Investitionen", betonte er. Zugleich nutze man Chancen in globalen Wachstumsmärkten. Mit einer konstanten Eigenkapitalquote von 60 Prozent sah sich GW weiter als krisenresistenter Dienstleister und Arbeitgeber für weltweit 8.600 Beschäftigte an 180 Standorten.
Gebrüder Weiss setzte auch 2025 auf Expansion. So wurden neue Landesgesellschaften in Thailand und auf den Philippinen gegründet, in Istanbul übernahm man die Mehrheit an Sienzi Lojistik, in Phoenix (Arizona) wurde ein neuer Standort gegründet. In Europa habe man bestehende Niederlassungen ausgebaut, etwa in Zagreb, Aldingen (Baden-Württemberg) und Wels, in Salzburg habe man mit einer Erweiterung begonnen. Mit der Inbetriebnahme des neuen Logistik- und IT-Centers in Wolfurt (Bez. Bregenz) habe man Ende 2025 zudem ein zentrales Infrastrukturprojekt abgeschlossen. Insgesamt wurden laut dem Unternehmen 2025 146 Mio. Euro investiert, 16 Prozent mehr als im Vorjahr, vor allem auch in Automatisierung und Digitalisierung.
Steigende Kosten wegen Krieges im Nahen Osten
Weiter aufmerksam beobachtet wird bei GW die Lage im Nahen Osten. Für wichtige Luftfracht-Hubs wie Doha, Abu Dhabi und Dubai gebe es wegen der nur leicht gelockerten Luftraumsperren anhaltende Einschränkungen. Die Situation bleibe angespannt, so das Unternehmen in einem Update auf seiner Homepage am Montag. Einzelne Airlines hätten den Betrieb teils wieder aufgenommen, es gebe aber nur reduzierte Kapazitäten. Branchenweit werde derzeit von erheblichen Engpässen im globalen Luftfrachtangebot ausgegangen. Im Bereich Seefracht bleibe die Straße von Hormuz eingeschränkt, mehrere Reedereien hätten Risiko- und Kriegszuschläge für Transporte angekündigt. Gestiegene Rohölpreise führten bereits zu steigenden Treibstoffkosten im Luft- und Seeverkehr.