Iran-Krieg wirkt sich auf Weltmarkt für Flüssigerdgas aus © APA - Austria Presse Agentur

Der Iran-Krieg wird sich nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) noch lange spürbar auf den Weltmarkt für Flüssigerdgas (LNG) auswirken. Kurzfristige Versorgungsausfälle und verhinderte Investitionen am Golf "könnten zwischen 2026 und 2030 zu einem kumulativen Verlust von rund 120 Milliarden Kubikmetern an LNG-Lieferungen führen", erklärte die in Paris ansässige Organisation am Freitag.

"Zwar wird erwartet, dass neue Verflüssigungsprojekte in anderen Regionen diese Verluste im Laufe der Zeit ausgleichen werden, doch werden die Auswirkungen dazu führen, dass die angespannte Marktlage bis 2026 und 2027 anhält." Die Produktion und der Transport von LNG in der Golfregion sind durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran stark beeinträchtigt worden. Durch die wegen des Konflikts gesperrte Straße von Hormuz wird im Normalfall rund ein Fünftel des weltweiten LNG transportiert. Zudem hat der Iran als Vergeltung für die Luftangriffe der USA und Israels Energieanlagen in den arabischen Golfstaaten angegriffen. Insbesondere Katar ist einer der wichtigsten LNG-Produzenten weltweit.

Nach Angaben der IEA fehlen auf dem Weltmarkt derzeit rund 20 Prozent der LNG-Lieferungen. Neben den zerstörten Anlagen etwa in Katar dürften sich zudem auch Investitionen in neue Anlagen verzögern. Selbst im Fall eines dauerhaften Friedens und einer Wiederöffnung der Straße von Hormuz würden also Einschränkungen bleiben. Europa bezieht nur wenig LNG aus der Golfregion. Doch die Verknappung auf dem Weltmarkt hat die Preise stark steigen lassen.