Vor dem Hintergrund eines verschärften globalen Wettbewerbs und geopolitischer Verschiebungen sucht der 23. "Wiener Kongress" am heutigen Montag nach ökonomischen Strategien für den Standort Europa. Unter dem Leitthema "Preparing for the Future" diskutieren im Wiener Palais Wertheim rund 50 Experten aus Wirtschaft, Politik und Finanzwesen darüber, wie die Wettbewerbsfähigkeit der EU zwischen den Machtpolen USA und China gesichert werden kann.
Im Zentrum der Tagung stehen Fragen der technologischen und wirtschaftlichen Souveränität. So widmet sich ein Schwerpunkt der Einführung des digitalen Euro und dessen Potenzial, Innovationen zu beschleunigen und die Unabhängigkeit des europäischen Zahlungsverkehrs zu stärken. Zudem erörtern die Teilnehmer, wie kritische Infrastrukturen geschützt und die Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen langfristig abgesichert werden können, um Lieferketten widerstandsfähiger zu machen.
"Wiener Deklaration" gibt Handlungsempfehlungen
Die Besetzung der Podien spiegelt den ökonomischen Fokus wider: Erwartet werden unter anderem der tschechische Vize-Wirtschaftsminister Jan Sechter, OeNB-Hauptabteilungsdirektorin Petia Niederländer sowie Andreas Reinstaller vom Produktivitätsrat. Aus der Unternehmenspraxis bringt sich etwa die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Wien, Margarete Kriz-Zwittkovits, ein. Auch der ehemalige tschechische Präsident Václav Klaus zählt zu den Referenten, die in einer abschließenden "Wiener Deklaration 2026" Handlungsempfehlungen formulieren wollen.
Neben den makroökonomischen Themen liefert der Kongress auch neue Daten zur Stimmungslage der Konsumenten. Präsentiert wird eine Umfrage, die die finanzielle Situation der österreichischen Haushalte beleuchtet und abfragt, wie die Bevölkerung die Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen bewertet.
Initiator David Ungar-Klein betonte im Vorfeld die Notwendigkeit aktiven Handelns: Angesichts des rasanten technologischen Fortschritts sei es entscheidend, "Orientierung zu gewinnen und die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen". Parallel zum Wirtschaftsprogramm findet im Parlament ein Side-Event statt, das sich den Schnittstellen von Bildung und Innovation widmet.
(S E R V I C E - 23. Wiener Kongress 2026, am Montag, 26. Jänner, 08:30 bis 17:30 Uhr im Palais Wertheim, Canovagasse 1a, 1010 Wien. Programm und Details unter www.vienna-congress.cc)
(APA)