Fritz Kaltenegger, Geschäftsführer café+co International im Porträt

NEW BUSINESS - NR. 7, SEPTEMBER 2017
Fritz Kaltenegger, Geschäftsführer café+co International © café+co International

Frischer Wind auf stabilem Kurs.

Neue Gerätegeneration, wegweisender Nachhaltigkeitsstandard und der Spatenstich für eine neue Firmenzentrale. Das Jahr 2017 hat sich für die café+co-Unternehmensgruppe alles andere als gewöhnlich entwickelt – nicht zuletzt durch eine bedeutende Veränderung in der Führungsetage.

Zukunftsweisender Führungswechsel
„Für Erfolge braucht es die besten Menschen. Der Erfolg der letzten Jahre ist einem großartigen Team geschuldet. Ich bin dankbar, eine Fackel zu übergeben, die über die Landesgrenzen weithin sichtbar leuchtet.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich CEO Gerald Steger nach 17 erfolg- und ereignisreichen Jahren und wechselte am 1. April in den Vorstand der BWT-Gruppe. Ein bedeutender Schritt für das Unternehmen und seine Mannschaft – allen voran Fritz Kaltenegger, der nun als Sprecher der Geschäftsführung gemeinsam mit Geschäftsführer Michael Nossek ein neues Kapitel der café+co-Erfolgsgeschichte aufschlägt.

Optimale Ausgangsbasis
Was tut man für gewöhnlich als erstes, wenn man sich eines Tages in einer neuen Situation oder unbekannten Umgebung wiederfindet? Man verschafft sich einen Überblick. Ganz genau das war auch der erste Schritt, den Fritz Kaltenegger anlässlich seiner neuen Position unternahm. „Die letzten Monate war ich sehr viel unterwegs“, erzählt er uns. „Es war von Beginn an mein Anspruch, zu verstehen, worauf es im Kern dieses Geschäfts ankommt, wie unsere Organisationen in den unterschiedlichen Ländern funktionieren, was ihre Mitarbeiter und Führungskräfte motiviert und antreibt und mit welchen spezifischen Herausforderungen die einzelnen Ländermärkte konfrontiert sind.“ Ein wohldurchdachter Einstieg, vor allem aufgrund der Tatsache, dass bereits über die Sommermonate das Budget für das nächste Jahr geplant werden sollte. „Um die richtige Strategie für ein Unternehmen wie café+co zu entwickeln, ist es essenziell, die wichtigsten Elemente im Kerngeschäft zu ermitteln und dementsprechend weiterzuentwickeln, genauso wie marktspezifische An- und Herausforderungen festzustellen und dadurch interessante Möglichkeiten zur Diversifizierung zu erkennen“, so Kaltenegger über seinen ambitionierten Start in einen neuen Karriereabschnitt.

Treibstoff für Veränderung
Seine strategisch ausgereifte Vorgehensweise und unternehmerische Weitsicht verdankt Fritz Kaltenegger einer Eigenschaft, die in einer volatilen Wirtschaft wie der heutigen immer wichtiger wird. „Ich bin neuen Herausforderungen immer mit Neugier begegnet und habe es stets reizvoll gefunden, einen Blick hinter die Kulissen und über den Tellerrand zu werfen. Sicher auch ein Grund, warum ich mir immer wieder neue berufliche Herausforderungen gesucht habe.“
Und der berufliche Werdegang von Fritz Kaltenegger hätte tatsächlich kaum vielseitiger sein können. Vom Österreichischen Biomasseverband und der heimischen Hagelversicherung bis hin zur Lebensmittelindustrie und dem Verlagswesen. Dazwischen startete er sogar eine knapp 10-jährige Karriere in der Politik – für den erfahrungshungrigen Fritz Kaltenegger, ein ganz besonderer Abschnitt seiner beruflichen Laufbahn: „Obwohl ich nie Berufspolitiker werden wollte, bin ich froh, diese berufliche Abzweigung genommen zu haben. Von den Erfahrungen, die ich in dieser Zeit sammeln konnte, sowie dem stabilen Netzwerk, das ich mir aufgebaut habe, profitiere ich bis heute.“
Neuen Gegebenheiten mit einem offenen Innovationsgeist und flexibler Anpassungsfähigkeit zu begegnen, spielt speziell im Geschäftsfeld von café+co eine entscheidende Rolle: „Das Produkt Kaffee unterliegt in Sachen Geschmack und Konsumverhalten vielen gesellschaftlichen Trends, die damit auch Teile unseres Geschäfts immer wieder neu definieren. Darauf muss man flexibel reagieren und auch bereit sein, die Richtung zu wechseln.“

Unternehmensführung auf Augenhöhe
Im Rahmen der Unternehmensstrukturen und -hierarchien von café+co pflegt Fritz Kaltenegger einen kooperativen Führungsstil. Eine klare Linie sowie konkrete Ziele vorzugeben, ist ihm aber ebenso wichtig. Für die Umsetzung der Zielvorgaben bietet er seinen Mitarbeitern größtmöglichen Freiraum. „Gerade in einem Geschäft, in dem Flexibilität eine so tragende Rolle spielt, ist dies meiner Ansicht nach der beste Weg, um das maximale Potenzial aus der Führungsmannschaft und den Mitarbeitern zu schöpfen.“
Die Ansprüche, die Fritz Kaltenegger an seine Mitarbeiter stellt, gelten genauso für ihn selbst. „Die Einsatzbereitschaft und Leidenschaft für das Geschäft muss im ganzen Unternehmen zu spüren sein – von den Mitarbeitern, Technikern und Befüllern bis hin zur Führungsetage, mich selbstverständlich eingeschlossen.“

Ein neues Kapitel
Nach dem Rekordergebnis mit 205 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2015/2016 konnte café+co International auch für die erste Hälfte des Geschäftsjahrs 2016/17 ein weiteres Umsatzwachstum in der Höhe von sieben Prozent auf 102 Millionen Euro vermelden. Diesen stabilen Wachstumskurs möchte Fritz Kaltenegger auch in den kommenden Jahren fortsetzen. „Ich freue mich, als Geschäftsführer von café+co International ein eigenes Kapitel für die Erfolgsgeschichte eines innovativen und expandierenden Unternehmens schreiben zu dürfen. Mit dem Vorwort habe ich bereits begonnen.“ (BO)


Zwölf Fragen an Fritz Kaltenegger.

Was wollten Sie als Kind werden?
Bauer. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und war sowohl vom bäuerlichen Leben als auch vom Lebensstil meiner Eltern fasziniert, die sich trotz der körperlich harten Arbeit ihre innere Ruhe und Zufriedenheit bewahrt haben.

Was bedeutet Glück für Sie?
Die kleinen Dinge im Leben. Zum Beispiel, wenn mir meine Kinder einen Zettel mit einer lieben Botschaft auf den Kopfpolster legen.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Früchte des Zorns“ von John Steinbeck. Ein hervorragendes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann. Als leichte Urlaubslektüre ist es allerdings weniger geeignet. Da spreche ich aus Erfahrung.

Welche Persönlichkeit inspiriert Sie?
Mich beeindrucken Persönlichkeiten mit selbstloser und unermüdlicher Einsatzbereitschaft für Menschen in Notsituationen.

Gibt es ein Lebensmotto, das Sie verfolgen?
In der Tat, und zwar: „Mit einem Strick kann man nicht schieben.“ Das hat mir schon in vielen Situationen weitergeholfen.

Mit wem würden Sie gerne einen Tag lang tauschen?
Eigentlich mit niemandem. Ich bin mit mir und meinem Leben sehr zufrieden.

Was ist das Verrückteste, das Sie je in Ihrem Leben getan haben?
Anlässlich meines Studiums nach Wien zu gehen, ohne mich davor um eine Wohnung gekümmert zu haben. Zum Glück hat sich nach zwei Wochen alles in Wohlgefallen aufgelöst, aber heute würde ich das sicher anders angehen.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?
Einen einzelnen größten Erfolg habe ich nicht. Für mich gibt es viele kleine Erfolge, auf die ich aber genauso stolz bin. Sei es mein Lebensweg, meine Familie, meine Freunde u. v. m.

Worüber haben Sie zuletzt gelacht?
Gestern, über Lukas Resetarits. Und zwar sehr herzhaft! Über eine rund 20 Jahre alte Episode, die die heutige Weltsituation mehr als trefflich beschreibt.

Gibt es etwas, was Sie schon immer ausprobieren wollten, sich bisher aber nicht getraut haben?
Ich wollte mir schon immer ein Tattoo stechen lassen. Da es aber doch eine Sache ist, die nicht so leicht rückgängig zu machen ist, habe ich das bis dato noch nicht gewagt.

Was motiviert Sie, tagtäglich aufzustehen?
„In der Früh muss man den Tag suchen.“ Diesen Spruch hat mir schon mein Vater mit auf den Weg gegeben. Grundsätzlich möchte ich jeden Tag etwas weiterbringen und die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, auch erledigen. Den halben Tag im Bett zu verbringen und zu hoffen, dass irgendetwas passiert, hat sich noch nie als kluger Schachzug erwiesen.

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie dann und warum?
Ein Luchs, da er anpassungsfähig, leise und effizient ist und dadurch ein sehr raffinierter und erfolgreicher Jäger.

ZUR PERSON
Vielfältige Einsatzbereiche
Fritz Kaltenegger wurde 1971 im Kärntner Wolfsberg geboren und studierte an der Universität für Bodenkultur in Wien. Nach den ersten beruflichen Stationen im Österreichischen Biomasseverband und der Österreichischen Hagelversicherung arbeitete er einige Jahre in der Politik, wo er zuletzt als Generalsekretär der ÖVP tätig war. 2011 wechselte Kaltenegger in die Lebensmittelindustrie zur AGRANA, wo er zuletzt als Director Business Development fungierte. 2015 übernahm der gebürtige Kärntner die Geschäftsführung des Verlagshauses „Die Kalendermacher“ mit Druck- und Vertriebspartnerschaften in Italien und CEE. Darüber hinaus war er auch Geschäftsführer des Druckerei-Unternehmens HAV Holding mit Standorten in Wien, Mauerbach und Bad Vöslau. Seit 1. April 2017 bildet er gemeinsam mit Michael Nossek die Geschäftsführung von café+co International. Kaltenegger ist verheiratet und Vater zweier Töchter.