PeaceTech Alliance v.li.: Helmut Leopold (AIT/Gaia-X Hub Austria), Markus Kornprobst (Vienna School of International Studies, Diplomatische Akademie Wien), Renata Ávila Pinto (Open Knowledge Foundation), Farhat Asif (Institute of Peace & Diplomatic Studies), Nathan Coyle (PeaceTech Alliance), Tobias Lang (Austrian Centre for Peace), der österreichische Botschafter in Vietnam Philipp Agathonos. © AIT/Katharina Schiffl
Die PeaceTech Alliance zeigt, wie digitale Technologien verantwortungsvoll eingesetzt werden können, um Konflikte zu verhindern, Frieden zu fördern und globale Zusammenarbeit zu stärken.
Im Juni 2025 auf dem 4. Internationalen Digital Security Forum (IDSF) in Wien vorgestellt, wächst die PeaceTech Alliance seitdem als kooperative Plattform, indem sie die Stärken Österreichs in den Bereichen Diplomatie, Digitalisierung und Kreativität verbindet. Seitdem gewinnt die Alliance an Dynamik und setzt Ideen für menschenzentrierte Innovationen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene in konkrete Maßnahmen um. Die Initiative wurde vom AIT Austrian Institute of Technology ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass Technologie dem Frieden und nicht dem Einfluss Weniger dient. Das Ziel ist der Aufbau eines menschenzentrierten Ökosystems, das Forschungseinrichtungen, politische Entscheidungsträger:innen, Friedensstifter:innen und Technolog:innen zusammenführt, um gemeinsam verantwortungsvolle digitale Tools für die Konfliktprävention, Mediation und Friedensförderung zu entwickeln.
Diese Vision wurde kürzlich durch die Verleihung des eAwards 2025 in der Kategorie "Nachhaltigkeit" an die PeaceTech Alliance gewürdigt, mit der ihre Pionierarbeit im Bereich der verantwortungsvollen Digitalisierung und ihr Beitrag zur Anwendung von Technologien zur Stärkung von Frieden, Vertrauen und Resilienz ausgezeichnet wurden. Der Preis ist Österreichs wichtigste Auszeichnung für Wirtschaft und IT, die vom österreichischen Report Verlag organisiert wird. Damit wird nicht nur ein Projekt, sondern ein klares Prinzip gewürdigt: Innovation muss das soziale Wohl, ethisches Design und Zusammenarbeit fördern. Über diese Anerkennung hinaus spiegelt die Allianz auch einen Wandel in der Denkweise wider: Digitale Innovation ist nicht nur eine technische, sondern vor allem auch eine gesellschaftliche Herausforderung, die Gerechtigkeit, Inklusion und Zusammenarbeit erfordert.
PeaceTech stärken, indem strukturelle Lücken gefüllt werden
PeaceTech birgt ein enormes Potenzial, um diejenigen zu unterstützen, die an vorderster Front für den Frieden arbeiten. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, müssen jedoch die Defizite in diesem Bereich angegangen werden. Allzu oft werden digitale Tools entwickelt, ohne dass man sich über den Kontext, in dem sie eingesetzt werden sollen, im Klaren ist. Zudem besteht ein anhaltendes Ungleichgewicht zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Die Erfahrungen, Daten und Designprioritäten der Akteure im Globalen Süden sind nach wie vor unterrepräsentiert, nicht nur bei der Entwicklung der Tools, sondern auch in den entsprechenden Informations- und Governance-Systemen. Diese Diskrepanz schränkt sowohl die Inklusivität als auch die Wirksamkeit ein.
Diese Lücken möchte die PeaceTech Alliance durch die Inspiration von Werten ziviler Technologien wie Zugänglichkeit, Offenheit und Mitgestaltung schließen, indem sie denjenigen zuhört, die Technologie in fragilen oder von Konflikten betroffenen Umgebungen einsetzen, und direkt mit ihnen in Kontakt tritt. Durch die Einbeziehung von Friedensstifter:innen als Mitgestalter:innen statt als Endnutzer:innen stellt die Alliance sicher, dass die Lösungen von PeaceTech sowohl technisch fundiert als auch kontextuell relevant sind. Mithilfe von kollaborativem Design und partizipativer Forschung schafft die Initiative gemeinsame Räume, in denen Friedensstifter:innen, Technolog:innen und politische Entscheidungsträger:innen zusammenarbeiten, um digitale Tools zu entwickeln, die die Vielfalt menschlicher Erfahrungen widerspiegeln. Dabei handelt es sich nicht nur um Räume, in denen Technologie produziert wird, sondern auch um solche, in denen neu überlegt wird, was Innovation bedeutet. Wahre Innovation beginnt mit Inklusion, und eine nachhaltige Wirkung hängt von Vertrauen ab.
Vertrauenswürdige Datenräume als Rückgrat für wirksame Maßnahmen
Schließlich baut die PeaceTech Alliance auf den neuesten Entwicklungen und Innovationen innerhalb der EU auf, wie beispielsweise der Einrichtung vertrauenswürdiger föderierter Datenaustauschplattformen – sogenannter Datenräume –, um die für unsere zukünftige datengesteuerte Welt so wichtigen Ziele der Datenhoheit zu unterstützen, wie sie beispielsweise durch die EU-Initiative Gaia-X veranschaulicht werden. Vertrauenswürdige Datenaustauschplattformen bilden das Rückgrat für wirksame Maßnahmen in den Bereichen humanitäre Hilfe, Diplomatie und friedensfördernde Arbeit der Zivilgesellschaft. Durch die Erweiterung des Kreises derjenigen, die PeaceTech mitgestalten können, legt die Alliance den Grundstein für eine Technologie, die die Menschen und Gemeinschaften, denen sie dienen soll, wirklich unterstützt. Fortschritte in diesem Bereich hängen nicht nur von digitaler Kompetenz ab, sondern auch vom menschlichen Verständnis – und in dieser Hinsicht geht die PeaceTech Alliance mit gutem Beispiel voran.
Verbindungen schaffen über Regionen und Realitäten hinweg
Im Juli 2025 war die Alliance Co-Veranstalterin eines ganztägigen Workshops im Austrian Forum for Peace in Schlaining/Burgenland, an dem Vertreter:innen von Behörden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft teilnahmen, um zu erörtern, wie Österreich eine Führungsrolle in den Bereichen ethische Digitalisierung und PeaceTech übernehmen kann. Die Diskussionen bestätigten erneut die Position Österreichs als vertrauenswürdige Vermittlerin, die Fachwissen im Bereich Friedensförderung, technologische Innovation und verantwortungsvolle Governance miteinander verbindet. Dieser kooperative Ansatz wurde auch bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) fortgesetzt, bei der die PeaceTech Alliance eingeladen wurde, einen Workshop zu Technologie, Mediation und Data-Governance mitzugestalten. Die Einladung spiegelt die Anerkennung der wachsenden Rolle Österreichs bei der Gestaltung des regionalen und globalen Denkens über verantwortungsvolle Innovation in Sachen Frieden und Sicherheit wider.
Auf der Ars Electronica 2025 präsentierte die Alliance "Occupy PeaceTech", einen Vortrag von Nathan Coyle und Fernanda Parente. Die Veranstaltung verwandelte das Festival in ein offenes Forum, auf dem die Schnittstelle zwischen Ethik, Kreativität und Technologie untersucht wurde. Durch interaktive Abstimmungen, künstlerische Bilder und Live-Diskussionen beschäftigte sich das Publikum damit, wie PeaceTech gemeinsam geschaffen werden kann, anstatt aufgezwungen zu werden. Die starke Resonanz zeigte, dass das Konzept weit über Politik und Wissenschaft hinausgeht und sowohl die öffentliche Vorstellungskraft als auch die kreative Praxis anspricht.
Die PeaceTech Alliance basiert auf Zusammenarbeit. Ihr Partnernetzwerk bildet das Rückgrat ihres Erfolgs: Das Center for Digital Safety & Security am AIT Austrian Institute of Technology fungiert als Hauptpartner und arbeitet mit dem Gaia-X Hub Austria, dem Austrian Centre for Peace, der Open Knowledge Foundation, dem International Institute for Peace und Universitäten wie Innsbruck, Graz und der Donau-Universität Krems sowie der Diplomatischen Akademie Wien zusammen. Diese Partnerschaften sind ein Beispiel für den kooperativen Ansatz Österreichs, bei dem Innovation, Ethik und Friedensförderung in der Praxis zusammenkommen. Auf dieser Grundlage demonstriert die PeaceTech Alliance die Führungsrolle Österreichs im Bereich der verantwortungsvollen Digitalisierung und definiert neu, was es bedeutet, für den Frieden innovativ zu sein: Technologie, die mit Sorgfalt entwickelt wurde, auf Vertrauen basiert und auf gemeinsamer Verantwortung beruht. (PR)
Weitere Informationen: https://peacetech-alliance.com/
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