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Die Ergebnisse stammen aus einer Umfrage von Tieto Austria und TQS Research & Consulting. Die Erhebung erfolgte mittels CAWI (Computer Assisted Web Interviews). © Tieto

Jeder Sechste nutzt im Job heimlich KI-Assistenten – aus verschiedenen Gründen. 42 % verzichten demgegenüber ganz auf künstliche Intelligenz.

Jede:r sechste Berufstätige in Österreich (17 %) nutzt künstliche Intelligenz heimlich im Job – ohne das Wissen seines Arbeitgebers. Dieses Phänomen der sogenannten "Schatten-KI" beschreibt die unerlaubte Nutzung von künstlicher Intelligenz – so wie schon der ältere Begriff "Schatten-IT" die unregulierte Nutzung von Software-Tools bezeichnete. Nur ein Viertel (23 %) setzt ausschließlich auf genehmigte KI-Assistenten. Gleichzeitig verzichten 42 % komplett auf KI, vor allem aufgrund fehlender Richtlinien oder Misstrauens in die Ergebnisse. Das zeigt eine neue repräsentative Online-Umfrage von Tieto Austria und TQS Research & Consulting unter 795 Berufstätigen.

"Der KI-Einsatz im Job schreitet schneller voran, als Arbeitgeber mithalten können. Beschäftigte wollen ihre gewohnte private KI-Nutzung auch beruflich einsetzen, um produktiver zu arbeiten. Doch bei den technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen hinken heimische Unternehmen hinterher", sagt Robert Kaup, Geschäftsführer des Tech-Consulting-Dienstleisters Tieto Austria.

Dieses Gefälle zwischen privater und beruflicher Nutzung führt dazu, dass der Studie zufolge etwa ein Viertel der Berufstätigen (24 %) derzeit keine KI-Assistenten einsetzt, weil es im Unternehmen an klaren KI-Richtlinien fehlt. Darüber hinaus spielt auch die Qualität verfügbarer KI-Anwendungen eine Rolle: Fast jede:r fünfte Berufstätige (18 %) verzichtet auf KI im Arbeitsalltag, weil er bzw. sie den Ergebnissen nicht ausreichend vertraut.

"Schatten-KI"
Das Fehlen von KI-Richtlinien führt auch dazu, dass viele Berufstätige auf "Schatten-KI" zurückgreifen – vor allem jüngere Arbeitnehmer:innen (24 % bei 16- bis 29-Jährigen). Besonders verbreitet ist sie im Burgenland (27 %), während in Salzburg (10 %) deutlich weniger Menschen unerlaubte KI-Tools nutzen. "Schatten-KI ist ein Damoklesschwert für Unternehmen: Sie treibt die Produktivität, riskiert aber Datenschutzverletzungen, sobald Mitarbeitende vertrauliche Firmendaten in öffentliche KI-Plattformen eingeben. Wer jetzt keine klaren Regeln schafft, verliert die Kontrolle", warnt Kaup.

Jeder fünfte Arbeitgeber akzeptiert Risiko
Doch wie reagieren Arbeitgeber auf das Phänomen "Schatten-KI"? In einer weiteren TQS-Umfrage hat Tieto Austria 100 heimische KI-Verantwortliche in Mittel- und Großunternehmen (mehr als 250 sowie mehr als 500 Mitarbeitende) befragt: Während die Mehrheit (62 %) auf Prävention durch klare Richtlinien und genehmigte KI-Tools setzt, akzeptiert jeder fünfte Arbeitgeber (19 %) bewusst ein Restrisiko und lässt "Schatten-KI" zu. Nur 46 % kontrollieren durch technische Maßnahmen, ob Mitarbeitende unerlaubte KI-Tools nutzen.

KI-Nutzung regional geprägt
Trotz aller Hürden hat KI bereits in vielen österreichischen Büros Einzug gehalten: Etwa ein Viertel der Berufstätigen (23 %) nutzt ausschließlich vom Arbeitgeber genehmigte KI-Assistenten. Zusammen mit der "Schatten-KI" steigt die Zahl der Nutzer:innen auf rund 40 Prozent der Berufstätigen, bei Männern (44 %) stärker als bei Frauen (36 %). Dabei zeigen sich jedoch große regionale Unterschiede: Während im Burgenland zwei Drittel (66 %) der Arbeitnehmer:innen auf KI-Assistenten zurückgreifen, macht dies in Salzburg (34 %) und Kärnten (34 %) nur etwa ein Drittel. Die Nutzung steigt auch mit zunehmendem Bildungsniveau: von 31 % bei Menschen ohne Matura auf rund 53 % bei jenen mit Matura sowie auf rund 66 % bei Studienabsolvent:innen.

"KI-Assistenten sind in Österreichs Betrieben angekommen – aber oft durch die Hintertür. Das ist ein Warnsignal. Beschäftigte brauchen klare Richtlinien, genehmigte KI-Tools und gezielten Kompetenzaufbau. Nur so wird KI zum Produktivitätsfaktor statt zum unkontrollierten Risiko", resümiert Kaup. (red.)