Die Deutsche Telekom positioniert sich als europäischen Alternative, die technologisch auf Augenhöhe mit globalen Cloud-Anbietern agiert. © Deutsche Telekom AG/Cindy Albrecht

Die Deutsche Telekom, gemeinsam mit ihrer Tochter T-Systems, baut die "T Cloud Public" aus und hat die "Industrial AI Cloud" in Betrieb genommen.

Es kommt Bewegung in die digitale Souveränität Europas. Die Deutsche Telekom hat kürzlich ihr Angebot für Unternehmen präsentiert, die sich in Sachen Cloud und künstliche Intelligenz ein Stück unabhängiger von US-Hyperscalern & Co. machen wollen.

Ein Eckpfeiler dieser Strategie ist die T Cloud Public, bisher unter dem Namen "Open Telekom Cloud" bekannt, die schon jetzt 80 Prozent der Kernfunktionalität führender Cloud-Anbieter bieten soll und bis Ende 2026 dann 100 Prozent – also eine vollwertige, souveräne und wettbewerbsfähige High-Tech-Alternative für Europa. "Wir beenden die Ära der Entweder-oder-Entscheidungen", sagt Ferri Abolhassan, CEO T-Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG. "Unternehmen mussten bisher wählen: maximale Funktionalitäten aus Übersee oder europäische Souveränität. Mit der T Cloud Public liefern wir jetzt das Beste aus beiden Welten. Wir bauen nicht nur eine souveräne Cloud, sondern das digitale Fundament für ein wettbewerbsfähiges, freies Europa."

Mit diesem Ausbau positioniert sich die Deutsche Telekom als eine der wenigen europäischen Alternativen, die technologisch auf Augenhöhe mit globalen Cloud-Anbietern agiert. Laut der Information Services Group (ISG) übertrifft die Plattform nicht nur europäische Alternativen, sondern ist bereits wettbewerbsfähiger als manche Angebote der BigTech-Unternehmen.

Die T Cloud Public bietet Unternehmen ein einsatzbereites Toolkit für moderne IT-Infrastrukturen: Per Mausklick stehen Rechenleistung, Speicher, verwaltete Datenbanken und vorkonfigurierte Entwickler-Tools bereit. Dank der modularen Architektur wählen Nutzer exakt die Services aus, die sie benötigen, von grundlegender Netzwerkinfrastruktur bis hin zu vollständigen KI-Pipelines. "Die Plattform automatisiert dabei viele Hintergrundprozesse, bietet bereits 80 Prozent der gewohnten Hyperscaler-Funktionen und reduziert so spürbar den Aufwand für die IT-Verwaltung. Bis Ende 2026 werden wir die vollständige Feature-Parität erreichen", so Abolhassan.

Souveränität und Sicherheit als technologisches Fundament
In der T Cloud Public trifft globale Leistungsfähigkeit auf das Fundament europäischer Sicherheits- und Datenschutzstandards: Die Plattform folgt konsequent dem Ansatz Security by Design. Sie ist nach höchsten Standards wie C5 zertifiziert und basiert auf einer modernen Zero-Trust-Architektur. Die Deutsche Telekom ermöglicht eine vollständig EU-konforme Datenverarbeitung in europäischen Rechenzentren, die strikt gegen Zugriffe aus Drittstaaten geschützt sind. Dieses Versprechen geht weit über reine Software-Sicherheit hinaus: Kunden erhalten umfassende rechtliche und operative Souveränität nach europäischem Recht und europäischen Standards.

"Europäische Unternehmen brauchen keine Kompromisse mehr bei Performance oder Skalierbarkeit. Mit der T Cloud Public stellen wir eine DSGVO konforme Public Cloud-Plattform bereit, die mit bekannten Hyperscaler mithalten kann und konsequent europäischen Prinzipien folgt. Moderne Cloud-Services und der direkte Zugang zu leistungsfähigen GPUs ermöglichen unseren Kunden, KI- und Datenstrategien schnell umzusetzen – souverän, sicher und zukunftsfähig", so Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services bei T-Systems Austria.

Industrial AI Cloud gestartet
Ein zentraler Vorteil der T Cloud Public ist der direkte Zugang zu knappen GPU-Ressourcen, über die nahtlos kombinierbare – und kürzlich gestartete – Industrial AI Cloud. Die "KI-Fabrik" in München wurde in den vorangegangenen sechs Monaten gemeinsam mit NVIDIA und dem Datacenter-Partner Polarise aufgebaut. Dafür wurde ein ehemaliges Rechenzentrum mit einer Fläche von etwa 10.700 qm entkernt und grundlegend modernisiert. Das Rechenzentrum wird vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben und ist auf höchste Energieeffizienz ausgelegt.

Die Deutsche Telekom stellt damit Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie dem öffentlichen Sektor in Europa hoch performante, souveräne Rechenleistung für künstliche Intelligenz (KI) zur Verfügung. Die Infrastruktur basiert auf rund 10.000 NVIDIA Blackwell GPUs, darunter NVIDIA DGX B200 Systeme und NVIDIA RTX PRO Server GPUs, die auf moderner NVIDIA-Technologie basieren und eine Rechenleistung von bis zu 0,5 ExaFLOPS liefert. Damit könnten den Angaben zufolge alle 450 Millionen EU-Bürger:innen gleichzeitig einen KI-Assistent bzw. Chatbot nutzen.

"Wir reden nicht, die Deutsche Telekom macht”, betont Tim Höttges, CEO Deutsche Telekom. "Wir investieren in KI, in den deutschen Standort und in Europa. Unsere KI-Fabrik in München ist die Basis für innovative Geschäftsmodelle, für die Industrie, Start-ups und den Staat – und für Souveränität. Wir beweisen hier, dass Europa KI kann."

© T-Systems

Souveräner "Deutschland-Stack" für Wirtschaft und Verwaltung
Die KI-Fabrik ist die Basis für den sogenannten "Deutschland-Stack", den die Deutsche Telekom gemeinsam mit SAP bereitstellt: Die Deutsche Telekom-Tochter T-Systems verantwortet die Infrastruktur- und Plattformebene inklusive T Cloud. SAP liefert darauf aufbauend die Business Technology Platform und leistungsfähige Fach- und KI-Anwendungen. Dieser "Tech-Baukasten” stellt alle technischen Elemente bereit, die Kunden für ihre Cloud-Transformation brauchen. So sollen sich branchenspezifische Lösungen etwa für öffentliche Einrichtungen, innere Sicherheit, Industrie sowie Mittelstand schnell, sicher und regelkonform umsetzen lassen. 

Mit dieser Partnerschaft decken Deutsche Telekom und SAP von der physischen Infrastruktur bis zur Software alles ab, was Unternehmen für moderne KI-Anwendungen brauchen – also den kompletten "Stack". Damit können über die reine Rechenleistung hinaus Beratung entlang der konkreten Bedürfnisse der Kunden erfolgen.

Auch über Deutschland hinaus ist die Industrial AI Cloud von erheblicher Bedeutung: "Mit der Industrial AI Cloud schaffen wir nicht nur Rechenleistung, sondern ein industrietaugliches Ökosystem für souveräne KI in Europa. Unternehmen, Forschung und öffentlicher Sektor erhalten hier eine sichere, skalierbare Plattform, um KI vom Pilotprojekt in den produktiven Einsatz zu bringen. Dass die KI-Fabrik so nah an der österreichischen Grenze entsteht, ist ein starkes Signal für gelebte europäische Zusammenarbeit und kommt somit auch unseren österreichischen Kunden zugute", so Peter Lenz, Managing Director bei T-Systems Austria.

Deutsche Ingenieurswesen trifft souveräne KI 
Eine weitere Partnerschaft von Siemens und Deutscher Telekom verbindet Ingenieurswesen mit sicherer, souveräner IT, Konnektivität und KI-Rechenleistung. Siemens’ Industrieexpertise und die Integration des Simulations-Portfolios SIMCenter auf der Industrial AI Cloud bilden die Basis für neue Wertschöpfungsmöglichkeiten. Die Software-Suite für hochpräzise Simulationen und digitale Zwillinge ermöglicht Unternehmen ihre Produkte virtuell zu entwickeln, zu testen und sehr viel schneller zur Marktreife zu bringen und spart damit erheblich Kosten ein. Großindustrielle Lösungen wie der Digital Twin Composer, GPU-basierte Simulationen und KI-Copiloten werden über die KI-Fabrik für Unternehmen nutzbar gemacht. 

"Gemeinsam mit der Telekom bringen wir unsere Software in eine GPU-beschleunigte, souveräne Cloud – und können damit die Simulationszeiten unserer Kunden drastisch verkürzen. Davon profitieren auch kleine und mittlere Unternehmen. Das ist kein Zukunftsversprechen", betont Cedrik Neike CEO von Digital Industries und Mitglied des Vorstands der Siemens AG. "In München, in einer der größten KI-Fabriken Europas, ist es bereits Realität. Und für künftige KI-Gigafactories wird die Deutsche Telekom als eine der ersten unsere Blaupausen für die Rechenzentren der Zukunft testen – um neue Zentren noch schneller, effizienter und günstiger zu entwickeln."

Europäische Souveränität: SOOFI-Projekt auf der Industrial AI Cloud 
Zu den ersten Großprojekten auf der Industrial AI Cloud gehört das Forschungsprojekt SOOFI (Sovereign Open Source Foundation Models). Die Leibniz Universität Hannover hat der Telekom einen Auftrag erteilt, um die technische Infrastruktur für die Entwicklung eines neuen europäischen Large Language Models (LLM) bereitzustellen.

Ziel von SOOFI ist ein souveränes Open-Source-Sprachmodell mit rund 100 Milliarden Parametern, das vollständig in Europa trainiert und betrieben wird und europäische Sprachen fokussiert. Damit entsteht eine der wichtigsten europäischen KI-Initiativen für vertrauenswürdige, souveräne Sprachmodelle. Im Fokus sind europäische Sprachen und industrielle Anwendungen. (red.)

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