EVN setzt auf Zukunftsinvestitionen.

NEW BUSINESS Bundeslandspecial - NIEDERÖSTERREICH 2025
Bis 2030 soll die Windkraftkapazität bei 770 MW liegen. © EVN Antal

Die EVN verzeichnet im ersten Quartal 2024/25 einen Umsatzrückgang. Dennoch investiert das Unternehmen weiter in Netzinfrastruktur, erneuerbare Energie und E-Ladeinfrastruktur.

Der niederösterreichische Energieversorger EVN veröffentlichte Ende Februar seine Zahlen für das erste Quartal. Es zeigt sich ein leichter Umsatzrückgang um 1,3 Prozent auf 804,1 Mio. Euro. Hauptursachen waren geringere Einnahmen aus der Vermarktung erneuerbarer Energien sowie negative Bewertungseffekte bei Absicherungsgeschäften. Dieser Rückgang wurde teilweise durch positive Mengen- und Preiseffekte in den Verteilnetzgesellschaften sowie durch Umsatzsteigerungen in den Vertriebsgesellschaften in Bulgarien und Nordmazedonien abgefedert. Zudem erhöhten Versicherungsentschädigungen nach Hochwasserschäden in Niederösterreich die sonstigen Erträge. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Fremdstrombezug und Energieträger um 6,8 Prozent auf 418 Mio. Euro, insbesondere durch höhere Beschaffungskosten im regulierten Energievertrieb in Südosteuropa.

Dem standen niedrigere Gasbeschaffungskosten gegenüber. Auch die Fremdleistungen und der Materialaufwand nahmen um 31,7 Prozent auf 81 Mio. Euro zu, was vor allem auf Reparaturkosten für Hochwasserschäden zurückzuführen war, die jedoch weitgehend durch Versicherungen gedeckt wurden. Der Personalaufwand erhöhte sich auf 115,4 Mio. Euro, bedingt durch kollektivvertragliche Anpassungen und einen Anstieg der Belegschaft auf 7.695 Mitarbeiter­:innen. Das EBITDA sank um 6 Prozent auf 253,1 Mio. Euro, das EBIT um 11,4 Prozent auf 166,2 Mio. Euro. Höhere Abschreibungen sowie ein verschlechtertes Finanzergebnis führten zu einem Rückgang des Konzernergebnisses um 19,7 Prozent auf 115,5 Mio. Euro. Die Verluste im internationalen Projektgeschäft nahmen weiter ab, was auf Fortschritte bei laufenden Großprojekten hindeutet.

Solide Bilanzstruktur und ambitioniertes Investitionsprogramm
Die EVN verfügt über eine solide und stabile Kapitalstruktur, die eine gute Basis für die Umsetzung des umfangreichen Investitionsprogramms im Rahmen der EVN Strategie 2030 darstellt. Die Nettoverschuldung lag am 31. Dezember 2024 bei 1.300,9 Mio. Euro. Bis 2030 will die EVN ein ambitioniertes Investitionsprogramm mit jährlich etwa 900 Mio. Euro umsetzen, davon rund drei Viertel in Niederösterreich. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung, E-Lade­infrastruktur sowie Trinkwasserversorgung. Neue Geschäftsfelder wie z. B. der kontinuierliche Ausbau von E-Lade­infrastruktur oder die Planung und Errichtung von Großbatteriespeichern sollen als künftiges Wachstumspotenzial im Rahmen der Erneuerbaren-Energiezukunft gezielt entwickelt werden.

Mit über 3.200 Ladepunkten ist die EVN bereits der größte Betreiber von Ladestationen in Österreich. Im Februar 2025 wurde mit der XXXLutz Unternehmensgruppe ein Kooperationsvertrag unterzeichnet, der den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in den nächsten vier Jahren weiter stark vorantreiben wird. Bis 2028 werden österreichweit 600 neue E-Lade­punkte an XXXLutz-Standorten errichtet. Die ersten zwölf sollen bereits bis Ende 2025 ausgestattet sein.

Energie. Wasser. Leben.
Die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie lag im ersten Quartal 2024/25 mit 656 GWh auf Vorjahresniveau. Die Wasserführung lag in Österreich auf dem überdurchschnittlich hohen Vorjahresniveau. Die Inbetriebnahme zusätzlicher Windkraftkapazitäten konnte ein Winddargebot unter dem langjährigen Durchschnitt kompensieren. Die thermische Erzeugung stieg auf 167 GWh an, da das Wärmekraftwerk Theiß im Berichtszeitraum häufiger zur Netzstabilisierung genutzt wurde als im Jahr zuvor. Der Ausbau der Erneuerbaren-Erzeugung schreitet ebenfalls voran. Im ersten Quartal 2024/25 wurde der neu errichtete Windpark in Paasdorf mit einer Leistung von 22,2 MW in Betrieb genommen. Die installierte Windkraftkapazität stieg damit per 31. Dezember 2024 auf rund 500 MW, das Ausbauziel bis 2030 liegt bei 770 MW. Im Bereich der Photovoltaik stehen Projekte in Peisching und Markgrafneusiedl sowie in Bulgarien kurz vor der Inbetriebnahme.

Umwelt- und Wassergeschäft
Die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich sowie die Verbesserung dieser Infrastruktur zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit ist weiterhin ein zentraler Investitionsschwerpunkt der EVN. Die Errichtung des dritten und letzten Bauabschnitts der 60 km langen, überregionalen Transportleitung von Krems nach Zwettl erfolgte planmäßig. Die Fertigstellung der gesamten Leitung ist für Herbst 2025 geplant. In Reisenberg im Industrieviertel wurde mit der Errichtung einer Naturfilteranlage begonnen; eine Inbetriebnahme ist für Sommer 2026 geplant.

Bestätigung des Ausblicks für das Geschäftsjahr 2024/25
Für das Geschäftsjahr 2024/25 erwartet die EVN unter der Annahme eines stabilen regulatorischen und energiepolitischen Umfelds ein Konzernergebnis in der Bandbreite von 400 bis 440 Mio. Euro. Die Dividendenpolitik wird unverändert bestätigt. Die Dividendenausschüttung soll für die Geschäftsjahre ab 2024/25 mindestens 0,82 Euro pro Aktie betragen. Die EVN möchte ihre Aktionär:innen an zusätzlichen Ergebnissteigerungen in angemessener Höhe zu beteiligen. Mittelfristig wird eine Ausschüttungsquote von 40 % des um außerordentliche Effekte bereinigten Konzernergebnisses angestrebt. (BS)